LMC Vivo 530 K als Familien-Reisewohnwagen: Platz für alle(s)

Reisen, jeden Tag weiterziehen, immer Neues entdecken – damit verbindet man eigentlich eher Wohnmobile. Wohnwagen – zumal Familienwohnwagen – werden dagegen häufig zum Urlaubsort gezogen und dort für eine oder mehrere Wochen fest aufgestellt. Aber das muss natürlich nicht so sein.

Wir haben diesen Sommer in Norwegen die Probe gemacht: wir wollten möglichst viel vom Land sehen – das hieß: viel reisen, alle paar Tage Sack & Pack für fünf Personen einpacken, den acht Meter langen Wohnwagen ankuppeln und weiterziehen. Hier unsere Erfahrungen die wir mit dem LMC Vivo 530 K als Reisewohnwagen gemacht haben.

 

Platz für alle(s)!

Gerade als fünfköpfige Familie waren wir froh um jeden Quadratzentimeter Platz den wir im Vivo 530 zur Verfügung hatten. Im Gegensatz zu vielen Campern, die mit sehr kompakten Wohnmobilen a la Ford Transit oder VW Bus unterwegs waren, hatte bei uns jedes Teil seinen festen Platz und wir mussten nichts hin- und herräumen. Kücheneinrichtung, Geschirr, Vorräte, Kleidung für fünf Personen – alles fand Platz im großzügigen Schrankangebot des Vivo. Das Vorzelt unter dem Stockbett hinten, Tisch plus fünf Stühle und Werkzeug unter den beiden Elternbetten vorne. Die Sitzgruppe war in einer Minute zum Bett umgebaut und wieder zurück – das war’s auch schon mit Umräumen. Ein riesiger Komfortgewinn – auch gegenüber dem Übernachten in den Holzhütten, die es auf jedem Campingplatz gibt, denn hier muss man immer einen großen Teil seines Gepäcks aus dem Auto hin- und herräumen.

Lone Camping

 

Auf- und Abbau

Den Wohnwagen aufbauen und ausrichten ist sicher etwas aufwändiger als ein Wohnmobil abzustellen, aber mit etwas Übung sehr schnell erledigt. Ein Vorteil des Wohnwagens ist nach unserer Meinung, dass man ihn einfacher exakt waagrecht ausrichten kann als ein Wohnmobil: Bei Bedarf Keil unter ein Rad für die Querrichtung, und mit dem Stützrad einfach die Längsrichtung ausgleichen. Das ist mit einem Wohnmobil schon deutlich aufwändiger, vor allem wenn man in Längs- und Querrichtung ausgleichen muss. Und das mussten wir bisher fast immer. Zum Kurbeln der Stützen haben wir einen Akkuschrauber mit entsprechender Stecknuß verwendet – eine riesige Erleichterung und definitiv ein empfehlenswertes Zubehör auf Reisen! Damit war unser Wohnwagen in der Regel in 15 min perfekt ausgerichtet, angeschlossen und bezugsfertig.

Auf fast jedem Campingplatz in Norwegen hatten wir so viel Platz dass wir den Wohnwagen mit dem Auto in die finale Position ziehen konnten. Wenn die Plätze enger und voller sind, ist ein Mover sicher ein absolut sinnvolles Zubehör.

Stützen runterkurbeln

 

Reisen: auf die Breite kommt es an

Die wahre Bewährungsprobe für Wohnwagen wartet in Norwegen nicht auf den großen Campingplätzen, sondern auf den engen norwegischen Straßen. Hier zählt vor allem die Breite. Der Vivo 530 ist mit 2,30m Breite sehr gut für das Reisen in Norwegen geeignet. Man kann relativ entspannt fahren und kann auftretende Engpässe meist gut lösen. Am Sorfjord bei Ullensvang mussten wir uns auf einer engen, kurvigen Straße in Millimeterarbeit an einem entgegenkommenden Laster vorbeischieben. Hinter uns hatte sich schon eine Autoschlange inklusive Reisebus gebildet, hinter dem Laster ebenso. Mit 2,50m Breite wäre das nicht mehr möglich gewesen.

Mit Wohnwagen übers Sognefjell

Für einen reisetauglichen Familienwohnwagen sind 2,30m die optimale Breite – für einen Paar-Wohnwagen sowieso. Als Familie mit Reiseabsichten ist der Vivo 530 mit Einzelbetten und Stockbett oder der Vivo 520 mit Doppelbett und Stockbett eine gute Wahl. Oder auch ein Einzelbetten-Grundriss wie den 560 E / 490 E mit Hubdach dazu. Das Hubdach gibt es exklusiv bei LMC und ist eine äußerst variable Möglichkeit aus jedem Paar-Wohnwagen einen Familien-Wagen zu machen. Nicht ganz günstig, aber vom Prinzip her wirklich genial.

Die Länge des Wohnwagens bzw. des gesamten Gespanns spielt dagegen nach unserer Erfahrung keine so große Rolle beim Reisen. In Norwegen gibt es eine Handvoll steile Strecken mit sehr engen Spitzkehren, die ab 12,4m Länge gesperrt sind (gilt übrigens für alle Gefährte, nicht nur für Gespanne), die wir von vorneherein vermieden haben. Abgesehen davon konnten wir in Norwegen alle Strecken mit unserem 13m-Gespann fahren.

LMC Vivo 530 K in Norwegen

 

 

Andere Reisevehikel in Norwegen

Erwartungsgemäß waren viele Wohnmobile unterwegs, in allen Größenklassen. Was uns erstaunt hat war, dass auch viele Zelt-Camper unterwegs waren, denn nachts wurde es schon ziemlich kalt. Und mit so viel Sonne wie wir Mitte / Ende August noch hatten, konnte man ja nicht ernsthaft rechnen. An Wohnwagen haben wir viele Modelle von Hobby und Kabe gesehen, und überraschenderweise auch viele Adrias. Warum der slowenische Hersteller in Norwegen so verbreitet ist – keine Ahnung. Wohnwagen im Reiseformat gab es verhältnismäßig wenige, dafür viele Dickschiffe mit 9-10m Länge – für viele Norweger ist das die Alternative zum eigenen Ferienhaus. Von LMC waren vor allem Wohnmobile mit Alkoven unterwegs, das scheint eine LMC-Domäne zu sein.

LMC Vivo 530 Gasanschluss

 

Was ist sonst wichtig?

Neben dem schnellen Auf- und Abbau, viel Platz bei 2,30m Breite und hohem Komfort war für uns eine hohe Praxistauglichkeit wichtig. Die bringt der LMC mit sich – gute Qualität, keine Schnörkel, modernes Aussehen. Dabei haben sich einige Details als besonders wichtig herausgestellt: der effiziente dreiflammige Gaskocher im Wagen und der Gas-Außenanschluss haben das Kochen sehr flexibel gemacht. Durch die gute XPS-Isolierung war Heizen fast unnötig: von zwei randvollen 11kg-Gasflaschen haben wir in vier Wochen weniger als eine Flasche verbraucht – trotz täglichem Kochen.

Und – man kann es nicht oft genug sagen – während dem Reisen durch Norwegen hat sich die einzigartige Kombination des Vivo 530 aus Stockbetten und Einzelbetten voll und ganz bewährt, da diese Aufteilung als Familie ein – meist – entspanntes und stressfreies Miteinander auf Reisen ermöglicht hat. Ist ja schließlich Urlaub.

 

Unser Fazit

Der LMC Vivo 530 K ist für Familien ein toller Reisewohnwagen. Wir planen gerade schon die Reisen fürs nächste Jahr: sehr wahrscheinlich geht es über Italien nach Griechenland, und vielleicht sogar noch ein bisschen weiter in die Türkei hinein – Istanbul anschauen …

3 Kommentare
  1. Sven
    Sven says:

    Wir haben auch WoMo und WoWa probiert (ist sogar beides noch vorhanden) und seit wir den WoWa haben wird nur noch der genutzt – auch für Reiseurlaube (letztes Jahr 4 Wochen Schweden zum Beispiel).

    Zwei Anmerkungen: nicht den Wagen mit den Stützen ausrichten! Die sind zum fixieren konstruiert und drücken im Zweifel Deinen Unterboden in der Ecke hoch. Längs ausrichten erfolgt einzig und alleine mit dem Stützrad. Erst mit Stützrad längs ausrichten, dann mit den Stützen fixieren (so weit rausfahren, wie es ohne große Kraftanstrengung geht – nicht mehr).

    2.50m Breit vs. 2.30m Breite ist eine wiederkehrende Diskussion. Wir haben direkt mit 2.52 (+Slide-Out) angefangen und mit etwas Übung fahre ich das Teil mittlerweile überall hin. Zwei Laster kommen ja auch aneinander vorbei – im Zweifel nach ein paar Metern rückwärts (gut, das möchte man nicht am ersten Tag mit Hänger ausprobieren).

    Lese hier gerne mit seit Tag 1 🙂

    Antworten
    • Stefan Spiegel
      Stefan Spiegel says:

      Hallo Sven,
      Vielen Dank für Deinen Hinweis mit dem Stützrad – das war eigentlich auch so gemeint, aber missverständlich formuliert. Ich habe es gleich korrigiert.
      2,5m plus Slide-Out – wow! Da seid ihr ja mit einem Penthouse unterwegs 🙂

      Antworten
      • Sven
        Sven says:

        Da wir vorher noch nie einen Hänger hatten war eh ein völlig neues Fahrgefühl zu lernen (und die allererste Fahrt ging auch direkt zu einem ADAC Fahrtraining) und von daher waren wir unbedarft davon, dass 2.55m die Maximalbreite ist und 2.30m einen echten Unterschied machen könnten. Schade, dass Slide-Outs in Deutschland faktisch nicht zu bekommen sind, daher wird https://reise.walther.bayern/hobby-560-kmfe-axt/ noch eine Weile halten dürfen (zwei Erwachsene, ein Kind und drei Hunde).

        Antworten

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.