Wohnwagen Test: ein Jahr mit dem LMC Musica 520 E auf Tour

Seit gut einem Jahr sind wir jetzt mit dem LMC Musica 520 E unterwegs, und haben in dieser Zeit schon einiges zusammen unternommen: in Bayern, Österreich, in der Toskana, in Südtirol und in Frankreich. Hier ein kleines Fazit der ersten zwölf Monate in unserem „Wohnwagen Test“, wie sich der Paar-Grundriss als Familien-Wohnwagen schlägt.

Vor gut einem Jahr standen wir vor der Herausforderung, dass unsere „Kinder“ inzwischen ziemlich ausgewachsen sind. Die klassischen Familien-Wohnwagen mit Stockbetten, wie unser früherer LMC Vivo 530 K, sind für Jugendliche ab so ca. 15 Jahren nicht mehr ideal. Die Stockbetten sind auf Dauer einfach zu klein für ausgewachsene Menschen. Aus diesem Grund haben wir uns – nach zwei tollen Jahren mit dem 530 K – nach einer Alternative umgesehen, die dauerhaft funktioniert und flexibel einsetzbar ist, auch wenn man zu zweit verreist. Nach einiger Recherche sind wir zu der Überzeugung gelangt dass ein Wagen mit zwei Einzelbetten und einer großen Sitzgruppe die beste Lösung für uns darstellt. Wir waren schon vom LMC Vivo 530 K als Familien-Wohnwagen begeistert. Der Musica 520 E ist in der Theorie ein toller Grundriss für unsere Ansprüche: 2,30m breit und damit gut reisetauglich auch auf kleinen Nebenstrecken, zwei große Einzelbetten, eine G-förmige Rundsitzgruppe die sich zu einer fast 2x2m großen Liegefläche umbauen lässt.

LMC Musica 520 E

Für den maximalen Komfort haben wir den Bettumbau für die Rundsitzgruppe etwas „getunt“: ein Schaumstoffpolster für die Mitte auf den Tisch um eine komplett ebene Liegefläche zu erreichen, und zwei dicke Klappmatratzen oben drauf. Ein kleiner Vorhang für die Privatsphäre – fertig ist die bequeme Schlafkoje für zwei Jugendliche oder Erwachsene.

Wie hat sich der LMC 520 E in der Praxis bewährt? Das haben wir letztes Jahr ausführlich getestet. Dabei sind auch die Zusatzausstattung und einige Extras ausgiebig zum Einsatz gekommen, und mussten beweisen ob sie „ihr Geld wert“ oder teurer Schnickschnack sind.

Sitzgruppe im LMC Musica 520 E

 

Der 520 E im Einsatz

Unterwegs

Der LMC 520 E ist mit imposanten 8 Metern Länge kein kleiner Wagen. Ein angemessenes Zugfahrzeug mit etwas Eigengewicht macht das Leben mit so einem großen Anhänger stressfrei – unser Seat Alhambra mit ca. 2 Tonnen Leergewicht hat sich hier bestens bewährt. Unterwegs stört die Länge nicht, und auf Nebenstrecken ist die Breite von 2.30m sehr angenehm – wir würden keinen breiteren Anhänger fahren wollen auf den kleinen und wunderschönen Straßen die wir in Südfrankreich, Norwegen oder auch in Bayern fahren wollen.

LMC Musica 520 E auf Camping l'Ardechois

Zum Fahren sollte man sowieso – mit jedem Anhänger – den Luftdruck erhöhen. So um die 0,4 bar mehr Luft (je nach Fahrzeug und Reifen, siehe Tankdeckel) wirken Wunder, was die Fahrstabilität angeht. Haben wir nach den ersten 1-2000 km mit dem Vivo 520 K dann gemerkt.

Und wo wir gerade dabei sind: Abfahrten von höhen Pässen mit vielen hundert oder tausend Höhenmetern, sollte man laaangsam angehen und den Wohnwagen-Bremsen genügend Zeit geben zwischendurch mal abzukühlen. Wohnwagen haben zwar sehr robuste Trommelbremsen die auch Temperaturen von deutlich über 100 Grad vertragen, aber spätestens wenn es qualmt sind sie zu heiß.

Vor Ort

Vor Ort auf dem Campingplatz zeigt der 520 E dann seine ganze Funktionalität: es ist richtig viel Platz und Stauraum für alle und alles da. Wenn wir zu zweit unterwegs waren, haben wir uns über die riesige Sitzgruppe mit endlos Platz zum Reinlümmeln gefreut. Für zwei Personen ist der 520 E eine reisetaugliche Suite auf Rädern, mit einer großen Küche, noch größeren bequemen Betten, und einer opulenten Sitzgruppe. Soweit ist das erwartbar – schließlich ist der 520 E genau dafür konzipiert. Wie aber schlägt sich der Wagen mit vier Personen?

Familien-Tuning LMC Musica 520 E

Nach unserer Erfahrung hat man auch zu viert entspannt Platz zum Wohnen und zum Schlafen, ohne sich auf die Füße zu treten. Die Sitzgruppe wird dann zu einem riesigen Doppelbett umgebaut. Mit den Standard-Polstern ist das eher eine Behelfslösung – als dauerhafter Schlafplatz empfiehlt es sich den Umbau etwas anzupassen. Wir haben dazu ein zusätzliches Schaumstoffteil verwendet, zwei Faltmatratzen und ein kleines Brett – damit hat man im Handumdrehen zwei sehr bequeme Betten, auf denen man auch einen ganzen Urlaub lang bequem schlafen kann. Aber ein Schlafzimmer braucht auch etwas Privatsphäre: dazu haben wir dem 520 E einen zusätzlichen Vorhang spendiert, der die umgebaute Sitzgruppe vom Rest des Wagens abtrennt. Alles einfach und geklebt, nichts muss geschraubt werden. Die genaue Beschreibung und das Material findet ihr in unserem Beitrag LMC Musica 520 E – vom Paar-Grundriss zum Familien-Wohnwagen.

Bettumbau im LMC Musica 520 E

Auf diese Weise hat man vier vollwertige, permanente Betten die auch für große Jugendliche oder Erwachsene taugen. Die Küche bleibt dabei voll einsatzfähig. Das Leben spielt sich im Sommer ja sowieso draußen bzw. im Vorzelt ab, wir hatten zumindest keine Platzprobleme. Wenn es zu kalt fürs Vorzelt ist, hat man die Sitzgruppe in 2 Minuten zurück umgebaut – dann ist auch zu viert mehr als genug Platz zum Sitzen im Warmen. Einzig die Klapp-Matratzen müssen dann irgendwo verstaut werden – entweder im Vorzelt, oder auf einem der Elternbetten. Insgesamt hat sich der LMC Musica 520 E für uns als flexible Lösung mit jugendlichen Kindern zu 100% bewährt.

 

Ausstattung

Wichtig war uns für diesen Wagen, dass wir zu allen Jahreszeiten damit loskönnen. Deswegen ist der 520 E mit einem Winterpaket ausgestattet: darin ist eine stärkere Heizung enthalten (eine Truma 5004), eine Duo Control für zwei Gasflaschen, ein eingebauter Abwassertank und eine elektrische Fußbodenerwärmung. Die Erwärmung ist tatsächlich eine Erwärmung, keine Heizung – dazu ist sie nicht stark genug. Sie ist ein reines Komfort-Feature: Man hat einfach warme Füße, was gerade bei niedrigen Temperaturen äußerst angenehm ist.

LMC Musica 520 E

Die große Truma-Heizung hält den großen Wagen auch bei frostigen Temperaturen schön warm. Die neueren Modelle werden wohl eher mit einer Truma Combi Heizung ausgestattet, was nochmal mehr Komfort beim Heizen bringt und eine voreingestellte Temperatur ermöglicht die die Heizung dann selbständig hält. Noch mehr Komfort und Behaglichkeit bringt sicher eine Alde Warmwasserheizung – wer häufig im Winter unterwegs ist, für den lohnt sich das sicher. Wir werden den Winter nur ab und zu mal für Touren nutzen – dafür reicht auch das „normale“ Winterpaket. Das würden wir bei einem neuen Wohnwagenkauf aber in jedem Fall empfehlen!

Zum Winterpaket haben wir zusätzlich noch Rahmenfenster bestellt, die deutlich hochwertiger ausgeführt sind als die normalen vorgehängten Fenster. Sie sind deutlich stabiler, nicht so hakelig beim Öffnen und die Schiebe-Rollos sind viiiiiel besser gelöst. Wie viel besser sie isolieren als die vorgehängten Fenster, ist schwer abzuschätzen. Wenn es das Budget hergibt, eine gute Investition, auch weil man sie nicht so einfach nachrüsten kann (wie z.B. einen Fernseher).

Zuletzt hat unser 520 E noch eine zusätzliche Stauraumklappe hinten rechts eingebaut, womit man sehr viel leichter an den großen Stauraum unter der rechten und der hinteren Sitzbank kommt. In der linken Sitztruhe ist der Wassertank verbaut. Kein „Must have“, aber ein günstiges und ungemein praktisches Feature das wir sehr zu schätzen gelernt haben.

Der Tisch an der Sitzgruppe ist ein Einsäulentisch – unbedingt empfehlenswert. Ansonsten stößt man sich zu leicht die Füße an den Tischbeinen an. Ebenfalls ein „Must Have“ ist das das Luxus-Paket, das ein großes Dachfenster, den rollbaren Wassertank, die Fernbedienung für die Vorzelt-Leuchte und die Frischwassertankanzeige enthält. Und zu guter Letzt ist unser 520 E noch mit ein paar zusätzliche Strom-Steckdosen innen und vor allem einem Set an Anschlüssen für Gas, Strom und Fernsehen draußen ausgestattet. Die Steckdosen innen sind sicher eher Komfort, die Außenanschlüsse sind aber auf jeden Fall zu empfehlen. So spart man sich eine zusätzliche Gasflasche im Vorzelt.

Die Küche ist riesig und bietet einen voll familientauglichen und komfortablen Dreiflammen-Kocher, einen 140 Liter Kühlschrank und viel Stauraum für alles was der Chef de Cuisine so einpacken will. Inklusive Stellfläche für die Nespressomaschine und – sehr praktisch – Platz für Flaschen in der aufklappbaren Konsole zur Sitzgruppe hin. Mit dieser Küche kann man problemlos auch eine Großfamilie versorgen.

LMC Musica 520 E

 

Zubehör

An Zubehör hat unser Wagen: einem Truma XT Mover, einen Deichselträger, ein Reserverad, ein ATC sowie einen Fernseher.

Truma XT Mover in Aktion

Am wichtigsten davon ist mit großem Abstand der Mover. Für uns ist es ganz einfach: nie wieder ohne. Ganz speziell bei einem Wagen in der Größe! Mit dem Mover lässt sich der Wohnwagen auf dem Campingplatz gaaaanz entspannt in die gewünschte Position bringen. Nach unserer Erfahrung aber noch viel wichtiger: wenn der Platz nicht eben ist und unter eines der beiden Räder ein Brett oder Keil untergelegt werden muss, dann zeigt der Mover seinen wahren Wert. Wer schon mal einen mehr als 1,5 Tonnen schweren Wagen von Hand auf einen Keil gewuchtet hat, der weiß den Mover wirklich zu schätzen! Wie schon gesagt: nie wieder ohne.

Truma Mover XT

Der Mover hat den „Nebeneffekt“, dass im Wohnwagen eine dicke Batterie verbaut ist, die den Wohnwagen in Verbindung mit dem eingebauten Abwassertank autark macht – das bedeutet dass man für einige Tage auch ohne Stromversorgung oder sogar ganz „wild“ stehen kann, was z.B. in Skandinavien erlaubt ist. Wir haben das bisher nur unterwegs genutzt, z.B. wenn man auf einer längeren Fahrt irgendwo übernachtet. Oder wenn man spätabends irgendwo ankommt, hat man gleich Licht und Strom, und muss nicht erst den Verteiler suchen und die Kabeltrommel abwickeln.

Der Deichsel-Fahrradträger wird bei uns in jedem Urlaub genutzt. Es sind immer mindestens zwei Fahrräder dabei, meistens sogar vier – das heißt der Fahrradträger ist eigentlich immer im Einsatz. Bei vier Rädern reisen die anderen beiden dann auf dem Autodach mit, oder im Wohnwagen. Für die Pfingstferien 2018 überlegen wir sogar, zusätzlich noch unser großes Kanu mitzunehmen …

LMC Musica 520 E

Ein Fernseher ist natürlich Schnickschnack. Aber: es ist schon praktisch nicht immer auf die DVD-Sammlung angewiesen zu sein. Und Video-Streaming über das Campingplatz-WLAN wird wohl noch einige Zeit ein Wunschtraum bleiben – insofern hat der Fernseher uns schon einige nette und gesellige Abende beschert.

Ach ja: unser Vorzelt vom LMC Vivo 530 K, ein sehr schönes Isabella Capri Coal, konnten wir für den Musica 520 E direkt weiterverwenden, da die Länge und das Umlaufmaß des Wagens fast genau gleich ist. Das Capri Coal hat uns bis jetzt auf allen Wohnwagen-Touren begleitet, und das wird auch so bleiben. Es ist einfach die perfekte Erweiterung zum Wohnwagen.

Stellplatz auf Barco Reale

Die Sache mit dem Gewicht

Alle diese Extras treiben natürlich auch das Gewicht nach oben, und so ist eine Auflastung unumgänglich. Unser Wagen ist gleich auf zwei Tonnen aufgelastet – das ist die maximale Auflastung. So haben wir immer noch eine sehr üppige Zuladungsreserve, die wir nie ganz ausnutzen werden. Unser Seat Alhambra hat ja auch nochmal eine Menge Stauraum. Im Nachhinein würden wir wahrscheinlich beim nächsten Mal eher 1,8 Tonnen Auflastung wählen: das ist auch ausreichend, und  die Achse ist etwas weicher gefedert als die 2-Tonnen-Achse.

 

Kleinere Probleme

Bei intensiver Nutzung ergibt sich auch mal das eine oder andere Problem – und das ist auch bei uns nicht ausgeblieben. Neben Kleinigkeiten wie einem kleinen Problem bei der Gaszufuhr bei einer der Herdplatten, was sich schnell beheben ließ, sind bei uns vor allem zwei Dinge im ersten Jahr aufgetreten: die Aufhängung der Schiebetüren, die die Betten vorne vom Rest des Wagens abtrennen, hat sich zwei Mal gelöst und musste jeweils bei einem Boxenstopp in der Werkstatt von Schrempf & Lahm wieder festgeschraubt werden.

Und der Mover hat im Winter auf einmal seinen Dienst versagt. Truma hat gleich einen mobilen Servicetechniker geschickt, der zwar feststellen konnte dass ein Kabel sich gelöst hat, das Problem aber nicht beheben konnte. Hier war ein Besuch beim Truma-Service in Putzbrunn angesagt – Gott seid Dank liegt das bei uns gleich um die Ecke. Dort wurde der Mover in kurzer Zeit und kostenlos repariert.

 

Fazit

Abgesehen davon hat der LMC Musica 520 E im ersten Jahr alle Bewährungsproben gut bestanden und tadellos funktioniert. Er hat uns unterwegs viel Freude bereitet und immer einen sehr guten Komfort geboten, und so freuen wir uns schon auf die nächsten großen Touren dieses Jahr! Als nächsten stehen ein kurzer Bikeurlaub in Südtirol und dann Südfrankreich auf dem Programm – unser neues Lieblingsziel. Aber dazu demnächst mehr!

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