Ein Jahr Family mit LMC Vivo 530 on Tour

Seit ziemlich genau einem Jahr sind wir jetzt als Family on Tour, mit unserem LMC Vivo 530 K. Er war – in der Theorie – genau das passende Modell für uns als Familie mit jugendlichen Kindern: zwei bequeme Einzelbetten vorn, ein Stockbett hinten und eine umbaubare Sitzgruppe in der Mitte. Dazu massenhaft Stauraum für alle(s) – und das auf 2,32m Breite, also ideal zum Reisen. Wie hat sich der Vivo in der Praxis bewährt?

 

Im ersten Jahr haben wir die neue Freiheit gleich richtig ausgenutzt:

  • An Ostern ging es an den südlichen Gardasee, den Frühling begrüßen
  • Anfang Mai sind wir zu zweit nach Südtirol, ins Meraner Land
  • Ende Mai, in den Pfingstferien, dann nach Kroatien, auf die Insel Krk
  • Im Sommer das absolute Highlight: für vier Wochen nach Norwegen
  • Und im Herbst nochmal für ein Wochenende an den Achensee in Tirol

Auf diesen fünf Reisen – vor allem natürlich auf der großen Norwegen-Tour im August – haben wir den Vivo 530 K richtig gut kennen und schätzen gelernt, mit allen Stärken und kleinen Schwächen. Die Kombination von Einzelbetten und Stockbett hat sich für uns richtig gut bewährt, gerade auch auf der langen Tour nach Norwegen. Aber der Reihe nach.

 

Caravaning: etwas komplexer als Ferienwohnung

Anfang März 2015 konnten wir den Vivo 530 bei LMC in Sassenberg abholen. Anfangs waren wir noch ein wenig überfordert: Camping mit Wohnwagen (oder Wohnmobil) ist schon etwas komplexer als einfach ins Hotel oder in die Ferienwohnung fahren. Wie geht das mit dem An- und Abkuppeln? Was ist die richtige Stützlast und wie stellt man sie ein? In dieser Zeit haben wir uns viel wertvolle Anfänger-Hilfe aus den unerschöpflichen Tiefen des Wohnwagen-Forum geholt.

Die erste große Erkenntnis hatten wir dann recht schnell nach der Ankunft auf dem Campingplatz La Quercia am Gardasee: unser reservierter Stellplatz war zwar schön unten am See gelegen, aber die letzten Meter auf den Stellplatz mussten wir den Wohnwagen ohne Auto schieben. Schnell haben wir gelernt: einen acht Meter langen Wohnwagen schiebt man nicht mal eben so auf einen 10cm ansteigenden Stellpatz. Ohne eine hilfsbereite Truppe von Mitcampern, die wie aus dem Nichts sofort zur Stelle war, wären wir ziemlich aufgeschmissen gewesen – fünf Meter vor dem Ziel. Das war unsere erste eindrucksvolle Begegnung mit der fast schon legendären Hilfsbereitschaft unter Campern – davon bräuchte die Welt gerade viel mehr.

 

Stockbetten sind nicht nur für Kinder gut

Auf unserer zweiten Reise, für ein paar Tage nach Südtirol, haben wir die Flexibilität des Vivo 530 schätzen gelernt: statt unserer Kinder, die lieber bei Oma bleiben wollten, sind unsere zwei Mountainbikes mitgefahren. Die haben wir ohne Probleme in der riesigen Heckgarage untergebracht, die sich ergibt wenn man das untere Stockbett umklappt – genial. Also: auch für Ausflüge und Urlaube zu zweit ist der Vivo 530 gut geeignet!

 

Die Pfingstferien haben uns dann nach Kroatien auf die Insel Krk geführt. Hier war die Kochstelle im Vorzelt richtig gefordert: bei knapp 30 Grad war es mittags im Wagen einfach zu heiß um drinnen zu kochen. Dank Außensteckdose für Strom und Gas konnten wir gemütlich draußen unter dem Vorzelt kochen. Dafür haben wir in der Küche drinnen den großen 190l-Kühlschrank umso intensiver genutzt. Als Familie sind 140-190l auf jeden Fall eine sinnvolle Größe. So hatten wir eigentlich immer kalte Limo und Saft vorrätig hatten – und auch das Eisfach ist täglich zum Einsatz gekommen. Unsere Kinder haben es geliebt!

 

Härtetest: Vier Wochen Norwegen zu fünft

Die wahre Bewährungsprobe für den Vivo 530 (und ein bisschen auch für uns) war dann unsere große Norwegen-Reise im Sommer: vier Wochen, fünf Personen, unberechenbares Wetter und tonnenweise Vorräte aus dem billigen Deutschland. Nationalstraßen die zuhause bestenfalls als Nebenstraßen durchgehen und kurvige Bergpässe durch die spektakuläre norwegische Einsamkeit – hier musste der Vivo zeigen was er als Reisewohnwagen drauf hat. Und das hat er: trotz der Größe des Vivo 530 sind wir überall gut durchgekommen. Auf den norwegischen Straßen waren wir sehr dankbar für die Breite von 2,30m. Auch das Auf- und Abbauen alle paar Tage hat sich recht schnell gut eingespielt. Auf den norwegischen Campingplätzen geht es selten eng zu, und das genaue Ausrichten ist mit einer Wasserwaage recht einfach möglich.

 

Der Innenraum des Vivo 530 ist zwar durch die Breite von „nur“ 2,30m nicht ganz so großzügig wie z.B. bei einem 522 K mit 2,50m, aber für vier Personen absolut ausreichend. Und selbst zu fünft sind wir gut zurecht gekommen: bei schönem Wetter bleibt die Sitzgruppe als Bett umgebaut und das Leben findet draußen statt, bei schlechtem Wetter ist die Sitzgruppe in einer Minute umgebaut und bietet drinnen eine gemütliche, geheizte Sitzmöglichkeit. Bei Regen haben wir auch häufiger mal die Einzelbetten zur Liegewiese umgebaut und haben dann mit der ganzen Familie den einen oder anderen Zeichentrick- oder Teeniefilm geschaut. Der absolute Renner war die amerikanische Teenie-Musikfilm-Schnulze Pitch Perfect, die gefühlt 100 mal gelaufen ist – sehr zum Leidwesen des Familienvaters.

Die beiden Stockbetten sind so lang und breit, dass sie auch für unsere jugendlichen Kinder (16 und 14) eine gute Heimat unterwegs sind. Und die Abtrennung mit der Schiebetür hat sich auf Reisen großer Beliebtheit erfreut – vor allem um noch länger schlafen zu können während die stressigen Eltern schon in der Küche rumrödeln und das Frühstück vorbereiten. Gegen ein fertiges Frühstück hat ja keiner was, wenn man dann doch mal aus dem Bett fällt.

Der einzige kleine Schwachpunkt ist aus unserer Sicht die etwas enge Sitzgruppe. Hier ist es zu viert schon etwas kuschelig, für fünf ist der Tisch dann doch zu klein – zumindest ohne die optionale Verbreiterung. Aber dafür haben wir ja unseren schönen großen Isabella-Tisch im Vorzelt.

 

Fazit: für uns – der optimale Familiengrundriss

Alles in allem ist der Vivo 530 nach unserer Erfahrung im ersten Jahr ein perfekter Familienwohnwagen für Sommer, Frühling und Herbst. Gerade auf Reisen. Hier spielt das Konzept des Vivo 530 seine Stärken voll aus. Für längeres Wintercamping oder zum Dauercampen ist sicher ein breiterer Wohnwagen wie der Vivo 522K noch besser – für flexibles Reisen und um unterwegs auch mal auf Nebenstraßen abbiegen zu können, ist der LMC Vivo 530 optimal.

 

8 Kommentare
  1. Thomas Strohmeyer
    Thomas Strohmeyer says:

    Hallo Familie Spiegel !

    Eigentlich auf der Suche nach einem guten Vorzelt, der Firma Isabella, bin ich auf diese tolle Seite geraten. Es macht wirklich Spaß über ihre Urlaubseindrücke zu lesen. Wir haben uns vor ca. 8 Jahren für Camping mit dem Caravan entschieden. Anfänglich mit einem Hobby Caravan Excellent 560 UFE ( tolles Design aber schlechte Verarbeitung ), gefolgt von einem Dethleffs VIP 675 DB,( sehr schöner Doppelachser, gehobene Ausstattung + guter Verarbeitung) ,allerdings mit 8,5 Metern nicht gerade klein. Seit vorigem Jahr unser neuer Wegbegleiter, ein LMC Maestro 550 D ( tolles modernes Design und gute Verarbeitung ). In den vergangenen Jahren haben wir viele Straßenkilometer zurückgelegt. Von der Ostsee angefangen, Frankreich, Bodensee bis Kroatien.Seit den letzten 3 Jahren, sind wir Wiederholungstäter und haben nun einige Plätze in Istrien besucht und jedes mal einen tollen Urlaub verleben dürfen.Das azurblaue Meer entlockt uns auch heute noch ein Grinsen im Gesicht ;-). Deswegen haben mich ihre Beiträge und Bilder gleich wieder in Urlaubsstimmung versetzt.Für das nächste Jahr ist auch wieder Kroatien ( Sveta Marina ) gebucht.
    Aber jetzt zu meiner eigentlichen Frage: Wie gut schlägt sich das Isabella ” Capri Coal ” in der sommerlichen Hitze ? Laut Herstellerangaben soll es unter diesem Zelt wesentlich angenehmer sein, da die Seitenteile aus dem atmungsaktiven Isacryl gefertig worden sind. Vielleicht können Sie mittlerweile über ihre Erfahrungen berichten.

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    • Stefan Spiegel
      Stefan Spiegel says:

      Hallo,

      Wir finden das Isabella Capri Coal klasse – eine tolle Ergänzung zum LMC-Wohnwagen. Wir haben es auch im Sommer im Einsatz, und finden es auch dann sehr angenehm. Allerdings entfernen wir – sobald es das Wetter zulässt – die Seitenwände, da es ohne einfach noch angenehmer ist in der Hitze. Ansonsten: top Qualität, recht leicht und schnell aufzubauen und extrem flexibel. In Norwegen haben wir es uns bei Sturm im Vorzelt gemütlich gemacht, während die Nachbarn ihre Markisen alle abbauen mussten. Am nächsten Tag wieder Sonnenschein – Wände raus, und man ist draußen in der Natur …

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      • Thomas Strohmeyer
        Thomas Strohmeyer says:

        Danke, für die nützliche Info. Werde mir das Zelt wahrscheinlich im Frühjahr kaufen.
        Ihnen und ihrer Familie wünsche ich schöne Weihnachten.

        Gruß

        T.Strohmeyer

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  2. Georg
    Georg says:

    Mir imponiert vor allem der Wohnwagen, mit dem die Tour gemacht wurde. Er sieht sehr komfortabel und geräumig aus. Auch die Küche sieht gut aus und ist für das Nötigste sicher gut geeignet. Wurde dieses Wohnmobil gemietet? Falls ja würde mich interessieren wo, weil ich mich schon seit längerer Zeit für eine ausgiebige Tour mit dem Wohnwagen bei meiner Familie stark mache. LG

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    • Stefan Spiegel
      Stefan Spiegel says:

      Hallo Georg,
      Der Wagen ist toll, und für uns fünf war er auf keinen Fall zu groß für die Tour. Gemietet haben wir ihn nicht; speziell für Touren in den Norden könntet ihr Euch aber z.B. mal Spann-An kurz vor der dänischen Grenze anschauen. Da kann man genau dieses LMC Modell (und auch andere) mieten, und fährt dann einfach weiter Richtung Norden!

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  3. Caro
    Caro says:

    Hallo,
    einen ganz tollen Blog habt ihr. Und einen schönen Wohnwagen. Die Fotos sind so toll, da möchte man am liebsten gleich selbst losfahren. Bin gespannt wohin es euch dieses Jahr verschlägt. Unsere nächste Reise geht im Juni ins Allgäu und ich kann es gar nicht erwarten wieder los zu fahren.

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  4. ash
    ash says:

    Hallo,

    wie kommt ihr mit der Länge zurecht? Klar, auf der Autobahn oder auf Landstraßen sicher kein Problem. Aber in der Stadt mal eine engere Kehre, schwenkt der da nicht sehr aus? Und auf Campingplätzen, wie passt es da? Und wie bekommt man so eine Länge eigentlich unter ein Carport?

    Der Wohnwagen wäre auch für uns perfekt, wenn da nicht die heftige Gesamtlänge wäre …

    Danke und Grüße!

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    • Stefan Spiegel
      Stefan Spiegel says:

      Hallo,
      Wir sind mit der Länge bis jetzt überall gut klargekommen. Unter einen normalen Carport bekommt man einen Wowa in der Regel eh nicht – die sind ca. 6m lang und 2,5m hoch. Der Carport müsste mindestens 2,8m hoch und ca. 7m lang sein damit das passt (ohne Deichsel).
      Abgesehen davon ist ein Mover eine sehr gute Idee für einen Wohnwagen mit dieser Größe und in dieser Gewichtsklasse – damit ist auch das Rangieren auf dem Campingplatz deutlich einfacher und entspannter …

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