Die Esterel-Küste – Geheimtipp für einen Urlaub an der Coté d’Azur

Unter den vielen schönen Ecken an der Coté d’Azur ist die Esterel-Küste noch etwas Besonderes: eine wilde Hügellandschaft mit rötlich schimmernden Felsen, die vor allem in der Dämmerung ein prächtiges Farbenspiel mit dem azurblauen Meer ergeben. Hier lässt sich entspannt Urlaub machen und das Leben genießen. Als Basis für den Urlaub an der Coté d’Azur bietet sich der schöne Campingplatz Esterel Caravaning an. Er liegt etwas oberhalb der Bucht von Agay am Rand des Esterel-Gebirges. Von Agay nach Cannes führt an der Esterel-Küste die Corniche d’Or, eine der schönsten Küstenstraßen an der französischen Mittelmeerküste.

Esterel-Küste

 

Anreise

Aus Süddeutschland gibt es drei sinnvolle Routen in die Provence und nach Südfrankreich.

  • Die direkte Route führt durch Schweiz: vom Bodensee über Bern, Genf und Grenoble. Allerdings gibt es zwei Haken: zum Einen sind für Schweiz zwei Vignetten erforderlich – eine fürs Auto, eine für den Wohnwagen. zum Anderen kontrollieren die Schweizer ob am Auto eine korrekt montierte Öse für das Abriss-Seil vorhanden ist – ansonsten drohen deftige Strafen.
  • Die westliche Route über Karlsruhe, Freiburg Besancon und Lyon umgeht die Schweiz und ist dabei nur eine gute halbe Stunde länger. Unmittelbar vor der französischen Grenze liegt Dreiländer-Camping Gugel, der auch einen Übernachtungsplatz für Wohnwagen vor der Schrank hat, so dass man auch sehr spät noch anreisen kann. Wer aus dem Westen kommt oder z.B. in die Cevennen will, für den ist diese Route empfehlenswert.
  • Der Klassiker – speziell aus dem Osten – ist die Brenner-Route über Österreich und Italien. Übernachtungsplätze unterwegs gibt es viele am südlichen Gardasee – danach erst wieder bei Genua am Meer, etwa drei Stunden weiter. Um aus dem Münchener Raum zum Esterelmassiv zu gelangen, ist diese Route die empfehlenswerteste.

 

Esterel Caravaning

Esterel Caravaning hatten wir letztes Jahr entdeckt und waren spontan begeistert. Ein sehr komfortabler Platz mit tollen Stellplätzen, einige sogar mit eigenem Whirlpool. Für Kinder ist die große Wasserlandschaft mit vielen Rutschen genial, für Ältere gibt es Minigolf, Volleyball und Tennis. Uns haben vor allem die Aktivitäten in der Gegend angezogen: neben Baden und Schnorcheln in den kleinen Felsbuchten, den Calanques d’Esterel, stand dieses Jahr Stand-Up-Paddling auf dem Meer und die Erkundung neuer Mountainbike-Routen im Esterel auf unserem Programm. Und natürlich kann man keinen Urlaub an der Cote d’Azur machen, ohne ein paar der bekannten Orte am Meer zu besuchen: neben Saint-Tropez waren wir dieses Jahr in Nizza, das uns – wider Erwarten – sehr gut gefallen hat.

Wir hatten auf Esterel Caravening einen schönen großen Stellplatz mit eigenem Whirlpool – dementsprechend haben wir die schöne, große Pool-Landschaft wenig genutzt. Abends im eigenen, warmen Whirlpool zu sitzen ist einfach top. Esterel Caravaning ist ein wirklich schöner, komfortabler Platz mit vielen Sport- und Freizeit-Angeboten – einzig die Pizza aus dem Imbiss kann man sich sparen.

 

Nizza

Nizza ist mit 350.000 Einwohnern fast schon eine Großstadt, die aber ihr ganz eigenes Flair hat. Der lange Boulevard am Meer lädt zum Flanieren ein, von der alten Festung aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt, den Hafen und den Strand, der viele zum Baden einlädt – na ja, wer’s mag. Etwas gewöhnungsbedürftig ist vielleicht, dass alle drei Minuten ein großer Jumbo im Anflug auf den Flughafen Nizza – Coté d’Azur über den Strand fliegt. Aber was soll’s, Ruhe sucht man eh besser woanders. In den vielen kleinen Gassen der Altstadt kann man sich verlieren – und seine Kontoguthaben in den vielen urigen Shops gleich mit. Nizza ist ein Mekka für Feinschmecker: es gibt eine Menge toller Restaurants für jeden Geldbeutel, und zahlreiche Gourmet-Läden bieten hausgemachte Spezialitäten zum Dahinschmelzen. Auch kulturell gibt es einiges zu entdecken: nur Paris hat mehr Museen in Frankreich! Alles in allem hat uns Nizza sehr überrascht und ist ein großer Tipp!

 

Esterel-Massiv und -Küste

Die Felsen des Esterel-Massivs leuchten vor allem abends in schönstem Rot, das ganze Gebiet ist eine sehr eindrucksvolle Landschaft, die mit ihren bizarren Felsformen und knorrigen Bäumen und Sträuchern an Arizona oder Colorado erinnert. Es führen nur wenige Straßen hindurch, und bis neun Uhr abends müssen alle Autos wieder draußen sein. Dafür gibt es einige – durchaus anspruchsvolle – Mountainbike-Strecken zwischen den urigen Canyons und den felsigen Bergen, die sich aus dem Meer gute 400m hoch erheben. Wir haben einige sehr schöne Routen erkundet – besonders spektakulär sind abends die Abfahrten hinunter zum Meer, das tief unten bläulich bis zum Horizont schimmert. Man fühlt sich wirklich ein wenig an Korsika erinnert – Berge und Meer auf engstem Raum.

 

Im Esterel gibt es viele wilde Tiere – wir haben Wildschweine, Präriehunde, Füchse, Reiher und Ein- äh Eichhörnchen gesehen. Kleine Bäche bieten mit einladenden Gumpen schöne Stellen zum Baden und Felsspringen, auch eine Waterline haben wir gebaut. Die Landschaft hat einen eigentümlichen, intensiven Charakter, den ich nur schwer in Worte fassen kann. Am besten selbst hinfahren!

 

An der Esterel-Küste gibt es natürlich alle Möglichkeiten zum Baden, Schnorcheln, und jede erdenkliche Art von Wassersport. Wir hatten ein Stand-Up-Paddleboard dabei, mit dem wir die Küste erkundet haben und ein paar Buchten abgepaddelt sind. Bei Wellengang ist das durchaus anspruchsvoll, macht aber auch viel Spaß. Vor allem bei den Kids war das Board schnell sehr beliebt.

 

Unser Fazit: die Esterelküste ist ein tolles Gebiet mit irrsinnig vielen unterschiedlichen Möglichkeiten. Ich denke mal, wir werden nicht das letzte Mal in Südfrankreich gewesen sein …

1 Antwort
  1. Christian Kaufmann
    Christian Kaufmann says:

    Hallo,
    ich lese eure Berichte seit geraumer Zeit mit großer Begeisterung! Unter Anderem auch weil wir mit sehr ähnlichem Gespann und Besatzung in der gleichen Gegend unterwegs sind/waren.
    Was mich bei diesem Bericht irritiert ist die Aussage: “ kontrollieren die Schweizer ob am Auto eine korrekt montierte Öse für das Abriss-Seil vorhanden ist“ Seit heuer ist das offenbar ein Thema, (von Holland wird ja ähnliches kolportiert…) wobei mir noch kein einziger Fall bekannt ist, wo von einer Strafe berichtete wurde. Auch ein von mir extra deswegen befragter Schweizer wusste nichts von einer vorgeschriebenen Öse, und die nicht original VW-AHV auf seinem Sharan wurde von den Behörden ohne Öse genehmigt. Wir sind mittlerweile 6 Mal (auch heuer wieder 2 Mal) mit Gespann durch die Schweiz gefahren und wurden nie kontrolliert. Vielleicht Glück, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass eine in der EU typisierte und originale AHV exztra für die Schweiz umgerüstet werden muss.
    Nichts desto trotz werden wir vermutlich nächstes Jahr wieder diese Route nach Südfrankreich wählen und ich hoffe auf weitere ausführliche Berichte, die ich sicher wieder mit großer Freude aufsaugen werde.
    LG aus z.Z. Bregenz (sonst Korneuburg bei Wien)
    Christian

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