Das Sognefjell und ein Eistunnel in Jotunheimen

Das Sognefjell lag eigentlich gar nicht auf unserer Route. Nachdem uns das Strynefjell auf dem Weg zum Geirangerfjord so beeindruckt hat, wollten wir unbedingt auch über das Sognefjell fahren, und auch einen Blick auf die höchsten Berge Norwegens werfen, das Jotunheimen Gebirge. Dieses Mal mit Wohnwagen. Die 200 km Umweg von Stryn über Lom bis nach Sogndal – und vor allem der Abstecher nach Jotunheimen – haben sich mehr als gelohnt!

In Lom haben wir einen Zwischenstopp eingelegt und uns die 900 Jahre alte Stabkirche angesehen – sehr eindrucksvoll! Etwa 25 km hinter Lom haben wir spontan beschlossen einen Abstecher ins Jotunheimen Gebirge zur Juvashytta auf 1850m Höhe zu machen. Also Wohnwagen abgekuppelt und hoch nach Jotunheimen.

 

 

An der Juvashytta gibt es seit 2012 einen künstlich angelegten Eistunnel im ewigen Eis in der Nähe der Hütte, zu dem es zweimal täglich eine Führung gibt. Wir sind zufällig genau zur zweiten Führung angekommen und haben uns spontan angeschlossen. Dabei haben wir viel über das Jotunheimen-Gebirge, die Gletscher, den Permafrost und die Tier- und Pflanzenwelt dort oben gelernt. Der Tunnel ist ein echter Top-Tipp gerade mit Kindern: es gibt eine Reihe von sich verzweigenden Tunnelgängen durchs Eis, die mit künstlerischen Eisskulpturen aus der nordischen Mythologie verziert sind. Außerdem sind Jahrtausende alte Fundstücke ausgestellt – eingefroren in Eis-Kästen. Die Beleuchtung ist gleich mit eingefroren. Am Ende der Führung wurde in einem kleinen Eis-Kinosaal zwei kurze Filme über die Rentier-Jagd vor einigen tausend Jahren und über den Bau des Eistunnels gezeigt. Die schwarzen Streifen im Eis, die auf einigen Bildern zu sehen sind, waren übrigens keine Asche – sondern Rentier-Kacke.

 

 

Mit reichlich Verspätung ging es dann wirklich hoch auf das Sognefjell, das uns sehr beeindruckt hat: karge Landschaften, unzählige Seen, viel Schnee auch im Sommer noch. An der Sognefjellshytta auf 1434m war noch Langlaufbetrieb, und eine Pistenraupe hat gerade die Spur präpariert. Mitten im August. Unten am Sognefjord, nur 1400 m tiefer, waren es an dem Tag 27 Grad. Bis dahin hatten wir noch 1400m Abfahrt zu überwinden. Die war wesentlich anstrengender als die Fahrt nach oben, da die Strecke steil und kurvig ist. Beim nächsten Mal würden wir die Straße sicher in die andere Richtung fahren.

 

 

 

Als wir nach acht Uhr abends ziemlich erschöpft am Sognefjord bei Kjornes Camping angekommen sind, war der Platz schon recht voll. Trotzdem haben wir einen Platz mit Wahnsinns-Aussicht auf den Sognefjord bekommen. Sicher einer unserer schönsten Stellplätze!

 

 

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4 Kommentare
  1. Sascha
    Sascha says:

    Ja, so planen wir es für das nächste Jahr auch wieder. Rund um den Hardangerfjord fand ich es schon teilweise mit unserem Multivan ziemlich eng und mit dem Wohnwagen möchte ich da nicht unbedingt täglich durch. Daher werden wir im nächsten Urlaub sicherlich dann auch die Variante mit den Tagesausflügen rund um einen zentralen CP ausprobieren.

    Kann aber auch gut sein, dass wir mit dem WW die E4 oder E6 in Schweden bis hoch nach Lappland fahren und von dort aus dann rüber in den nördlichen Teil von Norwegen. Das haben wir in diesem Jahr irgendwie zeitlich nicht mehr geschafft. 😀

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  2. Norwegen Urlauber
    Norwegen Urlauber says:

    Beeindruckend schöne Fotos! Aber das mit dem Wohnwagen kam mir auch in den Sinn. Bin zwar bisher mit unserem nur in Deutschland unterwegs gewesen, aber Norwegen…nee, ich glaube das wäre meiner Laune abträglich 🙂 Nächstes Jahr wird der Wohni verkauft und ein Wohnmobil gekauft, das entschärft zumindest das Rangieren nicht unerheblich.

    Grüße aus dem Erzgebirge
    Markus

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  3. Stefan Spiegel
    Stefan Spiegel says:

    Hallo Sascha,

    Bisher sind wir mit dem 13m-Gespann überall gut durchgekommen. Die Abfahrt vom Sognefjell zum Fjord runter hat die Bremsen sehr gefordert, dafür sollte man sich genügend Zeit lassen. Richtig kleine Straßen (Strynefjell, Aurlandsvegen, Strecke Rysstand – Lysebotn) haben wir von vorne herein nur mit dem Auto als Tagesausflüge gemacht. Am gemeinsten zum Fahren fanden wir die Strecke nach Odda am Sorfjord entlang, da sie ständig breiter und wieder schmaler wird und richtig großer Gegenverkehr entgegenkommt. Mit einem 2,50m breiten Wohnwagen würde ich aber nicht durch Norwegen fahren wollen!
    Mit Fähren hatten wir keinerlei Probleme. Für zwei Überfahrten am Storfjord und am Sognefjord haben wir jeweils gut 30 € gezahlt. Nur Flam-Gudvangen durch den Naeroyfjord war sehr teuer (> 200 €), da der Gudvangentunnel gesperrt war und die Fährgesellschaft Fjord1 fleißig die Hand aufhält.

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  4. Sascha
    Sascha says:

    Wie sind denn grundsätzlich eure Erfahrungen mit dem Vivo auf den norwegischen Straßen? Wie schaut es mit den Fähren aus? Bisher alles problemlos gewesen oder gab es die ein oder andere Strecke für die ihr den Wagen schon als zu groß einstufen würdet?

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