Norwegen Anreise: 2000 km mit dem Wohnwagen nach Norden

So, die ersten und längsten Tagesetappen der Norwegen Anreise sind geschafft: wir sind von München über Oslo bis nach Andalsnes gefahren. Und so langsam kommen wir auch in den Urlaubsmodus. Die Anreise hatte es erst mal in sich.

 

Norwegen Anreise Marathon

  1. Reisetag: München-Rostock 04:15 – 16:00 h, ca. 900 km (mit Staus und Umleitungen). Fähre von Rostock nach Trelleborg 22:45 – 06:50 h.
  2. Reisetag: Trelleborg – Oslo 07:00 – 16:30 h, 600 km.
    (hier unsere Norwegen Route)

Da viel Ferienverkehr vorhergesagt war, sind wir am Samstag schon um kurz nach 4 Uhr früh aufgebrochen. An Schlafen war eh kaum zu denken, bei der Abfahrt waren es knapp 25 Grad. Um 5 Uhr erwartete uns schon der erste Stau – Unfall mit mehreren Fahrzeugen auf der A9. Bis Berlin lief es dann recht gut, aber um Berlin und weiter Richtung Rostock war es umso voller. Zweimal mussten wir von der Autobahn runter und irgendwelche wilden Umleitungen durchs brandenburgische und mecklenburgische Hinterland. Einmal war sogar noch die Strasse für eine halbe Stunde gesperrt – wegen einem Traktor-Umzug. Und das alles zu fünft in einem Auto bei über dreißig Grad. Es gibt zwei Dinge auf die ich bei solchen Fahrten nie wieder verzichten will: eine Klimaanlagen, und ein DVD-Player mit zwei Bildschirmen für die Kinder hinten.

 

Zwischenstopp in Rostock

In Rostock haben wir noch ein paar alte Freunde besucht – was diesen Monstertag sehr entspannt hat. Die Kinder haben sich im Garten auf Decken und Hängematten breit gemacht, und wir haben bei Kaffee und Kuchen noch ein paar tolle Norwegen-Tipps bekommen.

Mit Sonnenuntergang ging es dann in den Hafen und auf die Fähre. Wir haben uns zu fünft eine Vierer-Kabine geteilt – größere gab es nicht. Morgens dann bei angenehmen 20 Grad auf die schwedische Autobahn und mit seeeehr gemütlichen 80 Sachen Richtung Norden. Mehr sind in Skandinavien für Wohnwagen nun mal nicht erlaubt. Und so ziehen sich die 600 Kilometer auf der E6 bis Oslo, nur unterbrochen durch McDonald’s-Restaurants, die gefühlt alle 20 km an der Autobahn auftauchen, und durch gelegentliche Diskussionen auf der Rücksitzbank welcher Film als nächstes gespielt werden soll.

Gegen halb fünf erreichen wir dann endlich den Campingplatz Bogstad bei Oslo. Wir bekommen gleich einen schönen Platz auf der fast leeren Wiese – die skandinavischen Platzverhältnisse sind uns auf Anhieb sympatisch, so viel Platz rundherum hatten wir noch nie. Der Aufbau ist auch schnell erledigt – jetzt kann der Urlaub beginnen!

 

Erste Station: Oslo!

Nach den zwei langen Tagen Norwegen Anreise stand Oslo auf dem Programm. Nach einem gemütlichen Frühstück sind wir mit dem Bus in die Stadt runter gefahren und sind vom Rathaus aus durch die Stadt gelaufen. Die Festung und ein davorliegender Riesen-Kreuzfahrer waren schon ganz nett, aber als wir auf einmal übers Wasser die Osloer Oper entdeckt haben, standen wir erst mal alle mit offenen Mündern da. Die Oper ist architektonisch wirklich der Hammer. Der raue weiße Marmor, die schrägen Flächen, direkt bis ins Wasser abfallend, die spektakuläre Innenarchitektur – wow. Ich war kurz davor die Toilettenräume zu fotografieren – selbst die sind eindrucksvoll gestaltet.

Im Wohnwagen haben wir es uns wohnlich eingerichtet – zu fünft ist das schon etwas anspruchsvoll, da kommt doch immer ein ganz schöner Haufen Klamotten zusammen.

Und es gab noch eine kleine Premiere: das erste Mal konnten wir einem Mitcamper in Not helfen – bisher war uns schon ein paar Mal geholfen worden. Das Nachstellgewinde seiner Antischlingerkupplung hatte sich festgefressen.

 

 

Fahrt durchs Gudbrandsdalen

Von Oslo ging es über die E6 am riesigen Mjosa-See vorbei und durch das schöne Gudbrandsdalen bis hoch nach Andalsnes – dem nördlichsten Punkt unserer Reise. Die Strecke ist zwar nur 440 km lang, aber die E6 ähnelt nördlich von Lillehammer eher einer deutschen Landstrasse als einer Autobahn, häufig sind nicht mehr als 70 km/h erlaubt. Und so waren wir am Ende knappe 7 h unterwegs. Dafür kam nach gut der Hälfte der Strecke ein wenig Sonne zwischen den Wolken raus und wir konnten die norwegische Landschaft im Wechselspiel von Licht und Schatten bestaunen.

Die Landschaft wird Richtung Dombas, wenn man erst am Rondane- und dann am Dovrefjell Nationalpark vorbei fährt, immer eindrucksvoller. Der eigentliche Höhepunkt kommt aber nach Dombas, wo es zuerst durch ein breites und flaches Hochtal geht, das sich immer weiter verengt. Die Felswände werden immer höher und immer steiler, an allen Seiten rauschen Wasserfälle hinunter. Erst hinter Trollveggen öffnet sich das Raumatal wieder etwas, und dann ist man auch schon in Andalsnes. Wie wollten eigentlich auf den Campingplatz Andalsnes am Rauma-Fluss, haben uns dann aber kurzfristig umentschieden und sind auf dem wunderschön auf einem Hügel gelegenen und sehr ruhigen Campingplatz Mjelva gelandet. Was für ein Unterschied zum wuseligen Oslo. Beim gemeinsamen Abendessen unter freiem Himmel hatten wir dann alle das Gefühl: jetzt hat der Urlaub angefangen! Und morgen sollte das erste Highlight folgen: der Trollstigen

 

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1 Antwort
  1. Klaus Schultz
    Klaus Schultz says:

    Hallo ihr Fünf,

    vor zwei Wochen bin ich genau die gleiche Strecke (ohne WoWa, noch) gefahren. Ihr beschreibt es sehr schön. Wir wünschen Euch noch viele knitterfreie Touren und für uns weiterhin so praktische Tipps.

    Klaus

    Antworten

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