Trollstigen, Alesund und Aufbruch ins Fjordland

Puh, die letzten Tage waren sehr ereignisreich. Heute regnet es leicht, und für den Nachmittag ist nur ein kleiner Ausflug zum Briksdalsbreen Gletscher geplant. Also etwas Zeit über die letzten Tage am Trollstigen und in Alesund zu schreiben. Und die schönsten Bilder rauszusuchen.

Trollstigen

Der Trollstigen, eines der großen Norwegen-Highlights, lag gleich „um die Ecke“ von unserem Campingplatz. Ohne Wohnwagen am Haken sind wir die 15 km ins Tal hinter gefahren. Ganz hinten im Talschluss tauchte die spektakulär angelegte Passstraße auf. Die 800 Höhenmeter nach oben waren schnell überwunden, auch wenn wir immer wieder stehen geblieben sind um die kühne Strassenführung und die Aussicht zu bewundern. Oben war es gleich deutlich kühler und windiger. Trotzdem sind wir die zehn Minuten zu den zwei Aussichtsplattformen gelaufen, um den Blick über den Trollstigen in die Tiefe zu genießen. Architektonisch lassen sich die Norweger nicht lumpen, und so sind auch die Plattformen gewagt über den Abgrund gebaut, mit Glaswänden und teilweise durchsichtigen Böden.

Auf dem Rückweg sind wir spontan neben der Strasse stehen geblieben und einem Wanderweg-Schild gefolgt, das irgendwas in 1,2 km Entfernung versprochen hat. Das Etwas entpuppte sich dann als einsamer Picknickplatz an einem kleinen Weiher – fast ein verwunschener Ort.

Den Nachmittag hat dann noch etwas Regen gebracht, so dass wir es uns unter dem Vorzelt und in unserem Vivo gemütlich gemacht haben. Abends war es so kalt dass wir zum ersten Mal die Heizung anwerfen wollten.  Dann ein kleiner Schock: die Heizung springt nicht an! Helle Aufregung. Wir haben schon das Schlimmste befürchtet, aber nach den Austausch der Batterie in der Zündautomatik ertönt ein vertrautes Klackern und eine kleine blaue Flamme erscheint im Sichtfenster der Heizung. Nach ein paar Minuten verbreitet sich wohlige Wärme im ganzen Wohnwagen.

 

Alesund

Die Strecke von Andalsnes über die E136 nach Westen ist sehr reizvoll – man fährt fast die ganze Zeit am Wasser entlang. Das Fjordland streckt schon seine Bergrücken aus, auch wenn die Landschaft Richtung Alesund immer weiter und offener wird und schließlich zu beiden Seiten der Straße Wasser zu sehen ist.

Eigentlich war Prinsen Strandcamping unser Ziel, aber die Website hat uns gestern kundgetan dass der Campingplatz dichtgemacht hat. Notgedrungen haben wir unseren Plan geändert und uns Richtung Volsdalen Camping am Stadtrand von Alesund orientiert – obwohl die Bewertungen im Internet eher zweifelhaft waren. Etwa 30 km vor Alesund sehen wir im Vorbeifahren aus dem Augenwinkel ein Campingplatz-Schild – was war das denn? Schnell umdrehen – so schnell es halt mit 13m Länge geht – und zurück. Tatsächlich, da lagen zwei Campingplätze idyllisch und ruhig am riesigen Storfjord. Der kleinere (Solnoervika Fritid) war eigentlich eher ein Pfadfinderlager mit Waschhaus – aber er hatte irgendwie Charme, außerdem einen freien Platz direkt am Wasser, und daneben ein Bootshaus mit Anleger und Terrasse mit ein paar Bänken und Tischen – und freiem Blick über den Storfjord. Strike! Wir richteten uns ein und essen unten am Wasser zu mittag, bevor es weiter nach Alesund ging.

Als erstes haben wir dem Aksla, dem Hausberg von Alesund, einen Besuch abgestattet. Vom Aksla hat man die weltbekannte Postkarten-Sicht runter auf die Stadt, die umliegenden Inseln und das Meer. In echt ist die Weite natürlich noch eindrucksvoller als auf dem Foto. Die Stadt selbst ist hübsch, es gibt einige schöne Jugendstilhäuser – das eigentliche Flair der Stadt macht aber eher die einzigartige Lage auf einer Landzunge und Inseln aus; die Innenstadt ist von drei Seiten vom Meer umgeben. Die Norweger scheinen übrigens eine Vorliebe für amerikanische Oldtimer zu haben – das ist uns schon auf den Straßen rund um Oslo aufgefallen.

 

Storfjord

Am Abend war noch Gelegenheit an Storfjord die Drohne in die Luft zu schicken und ein paar schöne stimmungsvolle Luftaufnahmen vom Fjord zu machen.

 

Motorbootfahrt – Aufbruch ins Fjordland – Bad im See

Vor dem Aufbruch ins Fjordland stand am Morgen noch eine spontan arrangierte Motorboot-Fahrt raus auf den Storfjord auf dem Programm. Der Fjord ist an dieser Stelle etwa 5km breit, und knapp 600m tief. Von der Fjordmitte aus kann man die 30km bis zum offenen Meer raus sehen. Das Wetter war perfekt: strahlend blauer Himmel.

Danach ging es – entgegen der Planung – über Stordalen, Stranda und Hellesylt weiter bis Camping Strynsvatn kurz hinter Stryn. Der Campingplatz Hellesylt ist im Prinzip ein Stellplatz neben dem Fähranleger – hier wollten wir keine zwei Nächte bleiben. Strynsvatn ist dagegen ein wunderschöner Platz, an einem Hang neben dem See Strynsvatn gelegen. Wir haben einen Traum-Stellplatz bekommen, mit großer Wiese und Blick auf den See und die umliegenden Berge.

Nach dem Aufbauen und einem späten Mittagessen (Burger!) wartete das Highlight des Tages auf uns: Die Temperaturen sind inzwischen über 20 Grad geklettert, und so haben wir beschlossen ein Bad im eiskalten See zu nehmen. Ein paar Meter vom Campingplatz entfernt liegt eine kleine bewaldete Insel, die über eine ca. 50m lange Sandbank zu erreichen ist. Ein toller Ort!

Am Abend haben wir noch das Programm für den Samstag geplant: ein Bootsausflug auf dem Geirangerfjord. Nach langem Rätseln ob wir mit der Fjord1 Fähre von Geiranger nach Hellesylt oder anders herum fahren sollen, haben wir noch den Geiranger Fjordservice gefunden, und dort eine eineinhalbbstündige Rundfahrt von Geiranger gebucht.

 

Mehr aus Norwegen:

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.