Norwegen mit dem Wohnwagen: Voll-Gas und Schneeketten

Die große Norwegen-Reise mit unserem Wohnwagen rückt immer näher, und wir stecken mitten in den Vorbereitungen: Route verfeinern, strategisch günstig gelegene Campingplätze aussuchen, mögliche Tagesausflüge und Fährfahrten recherchieren, Ausflüge und Wanderungen planen – und natürlich die nötige Ausrüstung zusammentragen und durchchecken. Dabei sind uns als Skandinavien-Neulinge ein paar Besonderheiten aufgefallen.

Voll-Gas

Gasflaschen

Wir haben in unserem Vivo 530 eine Truma Duocontrol CS Gas-Umschaltanlage mit zwei 11 kg Gasflaschen – aber reicht das für vier Wochen Norwegen mit Kochen und Heizen? Das wird wohl hauptsächlich von den Temperaturen abhängen: je mehr wir nachts heizen müssen, desto knapper könnte es werden. Das Problem: Norwegen hat ein anderes Gasflaschen-System, und man kann nicht einfach eine leere deutsche 11 kg-Flasche gegen eine passende volle Flasche tauschen. Daher tauschen wir unsere beiden Flaschen – auch wenn sie noch nicht ganz leer sind – lieber zuhause nochmal gegen zwei volle Flaschen. In Norwegen kann man an einigen LPG-Gastankstellen die deutschen Gasflaschen befüllen lassen – hierzulande verboten, aber in Norwegen erlaubt und eine gute Option für den Notfall. Hier eine Liste der LPG-Stationen.

So ganz nebenbei ist ein Gas Füllstandsanzeiger eine sehr feine Sache, um ein Bild über den Restvorrat zu haben. Wir haben den Gas Checker GC100 von Dometic (als Aboprämie für eine Caravan-Zeitschrift – sonst ca. 40 Euro). Sehr zu empfehlen.

 

Anti-Regenausrüstung: Regenjacken und Schneeketten

Schneeketten

Natürlich werden wir für alle regenfeste Jacken, Hosen und Schuhe dabei haben. Aber nicht nur das: Das mit Abstand skurrilste Utensil, das wir auf Empfehlung von Freunden tatsächlich einpacken werden, sind: Schneeketten. Ja, richtig: Schneeketten. Wir haben grad keinen Defender mit Stollenreifen und Allrad hier rumstehen, sondern einen familien- und zivilisationstauglichen Seat Alhambra mit Frontantrieb. Im Fall einer spontanen norwegischen Sintflut sollen uns die Schneeketten helfen den schweren Wohnwagen von einer durchweichten und schlammigen Wiese wieder auf die Straße zu ziehen. Machen angeblich die Norweger so. Krasses Volk. Ob wir das wirklich brauchen? Keine Ahnung. Aber für 25 € (bei ebay Kleinanzeigen) fährt jetzt auf jeden Fall ein gutes Gefühl mit. Und die Vorstellung im strömenden Regen mit Schneeketten durch eine Schlammwiese zu pflügen hat auch irgendwie was, oder?

 

Camping Key Card

Camping Key Card

Die Camping Key Europe (CKE) wurde vom ADAC und skandinavischen Campingverbänden entwickelt. Auf vielen skandinavischen Campingplätzen ist sie Pflicht oder erleichtert zumindest das Ein- und Auschecken ungemein. Außerdem bekommt man verschiedene Rabatte und Sonderleistungen, z.B. für touristische Sehenswürdigkeiten und Fähren, z.B. eine Unfallversicherung auf dem Campingplatz – ist ja nie verkehrt. Für ADAC-Mitglieder kostet die Karte 12 Euro und gilt jeweils für das aktuelle Kalenderjahr. Weitere Infos zur Camping Key Europe beim ADAC.

 

Mautsystem

Autopass Norwegen

Wir haben unser Auto mal online für das norwegische Mautsystem angemeldet. Man kann zwar auch einfach so durch die Mautstationen fahren und bekommt anhand des Kennzeichens hinterher die Rechnungen zugeschickt. Aber dann muss man unter Umständen mit einem Stapel Rechnungen hantieren und diese auch einzeln überweisen. Mit der Autopass Online-Anmeldung wird alles bequem von der Kreditkarte abgebucht.

 

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4 Kommentare
  1. Sascha
    Sascha says:

    Ich bin auch schon ganz gespannt auf eure Erfahrungen, denn „Dank“ eurer tollen und umfangreichen Berichterstattung in diesem Blog haben wir uns in der letzten Woche ebenfalls für einen Vivo 530K entschieden. In diesem Jahr waren wir in Südnorwegen und in Schweden noch mit Multivan + Zelt unterwegs.

    Im nächsten Jahr sind dann die Lofoten mit dem neuen Vivo an der Reihe. Ich warte aber erstmal ab welche Erfahrungen ihr so mit dem Gespann in Norge macht, denn an einigen Stellen waren wir echt froh, dass wir „nur“ mit einem Bus unterwegs waren. Gerade am Hardanger-Fjord war die Straße stellenweise ganz schön eng.

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    • Stefan Spiegel
      Stefan Spiegel says:

      Ihr werdet bestimmt viel Freude mit dem Vivo 530 haben – wir finden ihn genial, gerade auch zum Reisen. Die Lofoten sind ein Traum, das wird bestimmt super! So weit in den Norden schaffen wir es dieses Jahr nicht.
      Ein Tipp zum Vivo: nimm gleich die etwas größere Heizung, die heizt den Wagen doch etwas schneller auf.

      Antworten
  2. Stefan Spiegel
    Stefan Spiegel says:

    Hallo Sascha,
    Vielen Dank für Deine Hinweise! Wir sind schon sehr gespannt – auf jeden Fall ist es ein gutes Gefühl die Camping Key Card zu haben, und auch die Schneeketten. Wir hoffen natürlich dass wir sie nicht wirklich brauchen …

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  3. Sascha
    Sascha says:

    Hallo Stefan…

    also wir waren im Juni für 3 Wochen in Norwegen und die Camping Key Card haben wir offen gesagt an keinem Platz gebraucht. Wir haben uns da vor der Fahrt auch ganz verrückt gemacht. Camping Key Card, ACSI Card und was wir nicht alles dabei hatten. Am Ende haben wir einmal die ASCI Card am Preikestolen Camping verwendet. Wäre aber auch ohne gegangen.

    Auf der Rückfahrt über Schweden wurden wir dann einmal nach der Camping Key Card gefragt. Aber auch hier wäre es problemlos ohne gegangen. Die Schneeketten machen durchaus Sinn. Wir haben zwar einen T5 Multivan mit 4Motion Antrieb, aber Ketten hatten wir auch dabei. Wir hatten Situationen, wo wir morgens in kurzen Hosen am Fjord gefrühstückt hatten und gegen Mittag im Stau auf dem Pass standen, weil ein Caravan vor uns vom Schneesturm umgeweht wurde. Teilweise hatten wir alle 4 Jahreszeiten in 24 Stunden.

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