Kjerag Wanderung am Lysefjord in Norwegen

Der Lysefjord wird zu den schönsten Fjorden Südnorwegens gezählt und war uns einen Abstecher von unserer Route durchs Setesdal wert – vor allem den Kjerag wollten wir unbedingt sehen. Der Kjerag ist ein eiförmiger Felsklotz der in einer senkrechten Felsspalte festgeklemmt ist – und das 1000 Meter hoch über dem Fjord! Direkt unter dem Kjerag zieht sich die Spalte senkrecht in die Tiefe bis auf Meereshöhe – das wollten wir uns doch mal live ansehen.

Um aus dem Setesdal zum Kjerag zu gelangen, haben wir einen Zwischenstopp auf Solvgarden Camping bei Rysstad eingelegt, ein teurer aber sehr schöner kleiner Platz direkt an der Otra.

 

Die schmale kurvige Straße von Rysstad im Setesdal, die sich westwärts über das Fjell bis nach Lysebotn schlängelt, war an sich schon eine Schau. Für die 80 km sollte man mindestens 1,5 Stunden einplanen, schneller geht es nicht – muss auch nicht, die Gegend ist eindrucksvoll genug. Außerdem wird die Straße gerne von zahlenmäßig weit überlegenen Schafen in Beschlag genommen. Die Strecke führt durch unterschiedliche Vegetationszonen, von dicht bewaldet über grünen Flachwuchs bis auf karge Steinflächen. Und überall Schafe.

Kjerag Wanderung

Bevor es kurz vor Lysebotn die letzten 600 Höhenmeter in steilen Serpentinen runter geht zum Fjord, kommt man am Café Øygardstølen (Adlerhorst) vorbei, das direkt an den steilen Abhang gebaut ist. Hier ist der Wanderparkplatz (100 NOK) und Ausgangspunkt zum Kjerag. Der Wanderweg führt – grob gesagt – über drei große Felsaufschwünge, durch zwei dazwischen liegende Senken, und anschließend weit über ein flaches Felsplateau auf 1000m Höhe. Die steileren Felspassagen sind mit Stahlseilen gesichert, was eigentlich gar nicht nötig wäre da der Fels rau genug ist und dem Wanderer mit seinen Bergschuhen guten Halt bietet.

Kjerag Wanderung

Leider haben wir auf dem Weg zum Kjerag nur eine Hand voll Wanderer gesehen wenige – dafür aber massenhaft Touristen mit teils untauglicher, teils schon lächerlicher Ausrüstung, die sich verzweifelt am Stahlseil festgeklammert haben oder gleich auf dem Hintern runtergerutscht sind. Wir haben heulende Japanerinnen überholt die mit den Nerven am Ende waren (auf einem Flachstück), zitternde Deutsche vor einem Meter Steinabsatz und Amerikaner in Strandlatschen und Shorts – bei acht Grad, Sturm und Nieselregen. Oh boy.

Nach den drei Aufschwüngen hat man die Höhe von ca. 1000m über dem Fjord erreicht, und es geht noch eine halbe Stunde recht eben über den glatt geschliffenen Fels. Zwischendurch hatten wir immer wieder atemberaubende Blicke runter in den Fjord, und über die Berg- und Fjell-Landschaft rundherum. Schnell ziehende Wolken und die Sonne, die immer wieder mal durchblitzte, haben dramatische Lichtstimmungen gezaubert.

 

 

Am Kjerag selbst ist wieder ordentlich Rummel. Auch neben dem Felsklotz kann man den Blick über die Kante wagen – es geht wirklich 1000m nahezu senkrecht bis zum Fjord nach unten. Das zieht auch viele Basejumper an, die sich von hier aus in die Tiefe stürzen. Wir haben es beim obligatorischen Bild auf dem Kjeragbolten belassen. Dafür mussten wir eine Viertelstunde anstehen – in der Hochsaison dauert es zum Teil noch deutlich länger.

 

 

Wie der Stein vor Urzeiten in die Felsspalte gekommen ist – ob ihn einst ein Troll hineingeworfen hat oder ein Dinosaurier beim Fußballspielen, oder gar die norwegische Tourismusbehörde – ist leider nicht bekannt. Ein eindrucksvolles Naturschauspiel ist er allemal, und auch ein immer größerer touristischer Anziehungspunkt. Die Kjerag-Tour war jedenfalls die eindrucksvollste Wanderung, die wir in den vier Wochen Norwegen unternommen haben!

 

 

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1 Antwort
  1. jenny
    jenny says:

    Haha, das klingt ja ganz ähnlich wie unsere Wanderung auf den Preikestolen – eindrucksvoll sowohl wegen der Natur als auch wegen der Touristenmassen 😉

    Hab euren Blog eben entdeckt und schaue jetzt bestimmt öfters vorbei!

    LG
    Jenny

    Antworten

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