Norwegen Camping: Skandinavische Verhältnisse

Nach knapp vier Wochen Norwegen Camping möchten wir ein paar Erfahrungen mit Euch teilen, die wir als Nordland-Neulinge gemacht haben. Bisher waren wir hauptsächlich auf Campingplätzen in Südeuropa unterwegs, und wir sind doch auf einige Unterschiede gestoßen die uns überrascht haben. Am Ende findet ihr eine Übersicht und kurze Bewertung der Norwegen Campingplätze die wir besucht haben.

Camping in Norwegen

Skandinavische Platzverhältnisse

Auch wenn die norwegischen Campingplätze im Gegensatz zu Südeuropa nicht parzelliert sind – um genügend Platz für unseren LMC Wohnwagen (ein Vivo 530) mussten wir uns nie Sorgen machen. Es mag auch an der Nachsaison gelegen haben, aber unsere Plätze waren ausnahmslos schön gelegen und die Größe der Stellplätze schwankten zwischen Einfamilienhaus und Fußballfeld. Lediglich um den Sognefjord und bei Bergen war es etwas voller, und wir hatten „nur“ zwischen 150 und 300qm Platz. Wer vor der typischen Wohnmobil-Welle am späten Nachmittag da ist, hat meistens gute bis sehr gute Auswahlmöglichkeiten.

LMC Vivo 530 K in Norwegen

 

Nordische Infrastruktur

In Norwegen soll es ja ab und an mal regnen. Auf schlechtes Wetter waren die norwegischen Campingplätze bestens vorbereitet: Jeder, wirklich jeder Campingplatz verfügte über eine eigene Kochgelegenheit. Egal wie viele Sterne der Platz hatte, ob einfacher oder luxuriöser, alle hatten mindestens eine Ecke, in der die Gäste kochen konnten, und eine Sitzgelegenheit. Das mag vielleicht gerade von Zelt-Campern genutzt werden, aber auch wir, trotz unseres super Kochherds im Vivo, fanden es super mal in der Gemeinschaftsküche Fisch anbraten zu können. Oder den Gemeinschaftsraum als Ruhezone und Rückzugsort zu genießen – das galt zumindest für einen Platz, auf dem wir Anfang September fast alleine waren.

LMC Vivo 530 K in Norwegen

Jeder Campingplatz hatte eine oder mehrere Waschmaschinen und Trockner. Zwischen 25 und 50 NOK (3-6 €) kostete ein Wasch- oder Trockengang – super, wenn man so lange zu fünft unterwegs ist. Wir haben die Waschmöglichkeiten jedenfalls intensiv genutzt.

Weniger oft gab es die Möglichkeit gleich am Campingplatz Lebensmittel oder sonstige Gebrauchsgegenstände einzukaufen. Das war für uns auch kein Problem, denn zum einen waren wir mit dem Auto recht schnell am nächsten Lebensmittelgeschäft, zum anderen waren wir als Selbstversorger sowieso gut ausgestattet. Viele Plätze, die vor Ort Lebensmittel anbieten, stellen diesen Service so um den 20. August ein, da die Campingsaison in Norwegen sich dann wohl schon dem Ende zu neigt.

 

Duschen vs. WLAN

Etwas gewöhnungsbedürftig gegenüber Mittel- und Südeuropa: Das Duschen hat immer extra gekostet und war nicht im Übernachtungspreis mit inbegriffen. Von 6 Min duschen für 10 NOK bis 4 Min für 20 NOK war alles dabei und es ist sicherlich ratsam dies gleich beim Übernachtungspreis mit einzukalkulieren. Oder viel Deo einzupacken. Einzige Ausnahme war der Campingplatz in Solvgarden. Dort haben allerdings zwei Übernachtungen mehr gekostet als woanders drei. Grundsätzlich waren alle unsere Campingplätze auf unserer Norwegen Camping Tour gepflegt und mit sauberen, ordentlichen bis komfortablen Waschhäusern ausgestattet. Das kann man von den südeuropäischen Plätzen beileibe nicht immer sagen.

Quasi im Austausch fürs Duschen war auf fast allen Plätzen das WLAN umsonst. Die Verbindungsqualität schwankte zwar sehr stark, aber die WLAN-Quote war doch sehr erfreulich. Das war dann auch meistens die erste Frage unserer Kinder, wenn wir zum nächsten Campingplatz unterwegs waren: „Gibt’s da kostenloses WLAN?“

 

LMC Vivo 530 K in Norwegen

 

Unsere Campingplätze in Norwegen

Auf diesen Plätzen haben wir Station gemacht. Die Reihenfolge ist chronologisch und keine Wertung. Unsere Top 4 Plätze waren (ganz subjektiv): Strynsvatn Camping, Kjornes Camping, Lofthus Camping und Hornnes Camping.

 1. Bogstad Camping, Oslo

Ein relativ großer, aber durchaus netter Platz, ca. 7 km vom Stadtzentrum Oslo entfernt. Sehr gut zur Erkundung der Stadt geeignet. Bus ins Zentrum ca. 20 min.

Mehr: Norwegen Anreise: 2000 km mit dem Wohnwagen nach Norden
Website von Bogstad Camping

2. Mjelva Camping, Andalsnes

Ein kleiner, uriger Platz auf dem wir eher spontan gelandet sind (eigentlich wollten wir zum größeren Andalsnes Camping um die Ecke), der uns aber sehr gut gefallen hat. Zum Trollstigen sind es ca. 15 min mit dem Auto.

Mehr: Trollstigen, Alesund und Aufbruch ins Fjordland
Website von Mjelva Camping, Andalsnes

Mjelva Camping

 

3. Solnørvika Fritid, Skodje am Storfjord

Ein noch kleinerer, noch urigerer Platz, der ca. 30 km vor Alesund wunderschön am Storfjord gelegen ist. Eigentlich eher ein Pfadfinderlager mit Waschhaus, scheint bei Anglern sehr beliebt zu sein. Die eigene Website solnorvika.com scheint zur Zeit nicht erreichbar zu sein, und der Platz ist auch in keinem Campingführer zu finden. Habe ich schon die tolle Lage am Storfjord erwähnt?

Mehr: Trollstigen, Alesund und Aufbruch ins Fjordland
Euro Camping Guide: Solnørvika Fritid

Unser Stellplatz am Storfjord

4. Strynsvatn Camping, Stryn

Ein paar Kilometer hinter Stryn am schönen Strynsvatn See gelegen. Mittelgroßer, terassenförmig angelegter Platz mit tollem Seeblick und guter Infrastruktur. Definitiv einer der schönsten Plätze auf denen wir waren!

Mehr: Geiranger-Fjord, Dalsnibba und Strynefjellsvegen
Website von Strynsvatn Camping

5. Kjornes Camping, Sogndal

Am schönen Sognefjord gelegen, dient Kjornes Camping vielen Norwegen-Reisenden eher als Durchgangsstation. Wir waren drei Nächte dort und haben es sehr genossen. Schöner, komfortabler Platz im Herzen des spektakulären Fjordlandes.

Mehr: Das Sognefjell und ein Eistunnel in Jotunheimen | Der Nigardsbreen – ein norwegischer Bilderbuch-Gletscher
Website von Kjornes Camping

Familyontour am Sognefjord

 

6. Laerdal Camping, Laerdal

Schöner, komfortabler Platz in Laerdal fast direkt am Wasser. Gut gepflegt und hoch gelobt – wir sind irgendwie nicht warm geworden mit dem Platz. Lag aber eher an der Lage im Tal zwischen Straße und Wasser als am Platz selbst.

Mehr: Stabkirche Borgund und Laerdalsfjord
Website von Laerdal Camping

Laerdal Camping

 

7. Flam Camping, Flam

Gut ausgestatteter Platz und ideale Basis zur Erkundung der tollen Landschaft um den Aurlandsfjord – wahrscheinlich die schönste Ecke im Fjordland. Wer es lieber etwas einsamer und beschaulicher mag, der sollte Flam Camping (und eigentlich überhaupt Flam) aber eher meiden und auf den kleineren und einfacheren Lunde Camping in Aurland ausweichen.

Mehr: Laerdaltunnel, Flam und das schöne Aurlandsfjell
Website von Flam Camping

8. Lone Camping, Bergen

Von der Einfahrt, die direkt hinter einer Tanke gelegen ist, sollte man sich nicht abschrecken lassen. Der Platz selbst ist sehr schön und bietet Stellplätze direkt an einem idyllischen See – traumhaft. Ins 20 km entfernte Bergen gelangt man mit der Bahn vom nahen Indre Arna aus in 8 min.

Mehr: Besuch in der alten Handelsstadt Bergen
Website von Lone Camping

Lone Camping

9. Lofthus Camping am Sorfjord

Etwas einfacherer, aber toll gelegener Platz am Hang der Hardangervidda, mit phantastischem Blick über den Sorfjord. Als Ausgangsbasis für viele Wanderungen perfekt geeignet – unter anderem zur berühmten Trolltunga, oder hoch auf die Hardangerivdda. Sehr empfehlenswerter Platz!

Mehr: Wandern am Sorfjord am Rande der Hardangervidda
Website von Lofthus Camping

LMC Vivo 530 K in Norwegen

10. Solvgarden Camping, Setesdal

Für einen Abstecher aus dem Setesdal zum westlich gelegenen Lysefjord bietet sich dieser kleine Platz bei Rysstad an, der zu einem Hotel gehört. Sehr komfortabel, Duschen ist kostenlos (!), dafür ist der Platz recht teuer.

Mehr: Kjerag Wanderung am Lysefjord in Norwegen
Zur Website von Solvgarden Camping

LMC Vivo 530 K in Norwegen

11. Hornnes Camping, Setesdal

Sehr schöner, ruhiger Platz im Setesdal in Südnorwegen, etwa 60 km von Kristiansand entfernt. Auf einer Halbinsel in einem weiten Flussbecken der Otra gelegen. Wir standen hier quasi direkt am Sandstrand – ein Traum.

Mehr: Hornnes in Südnorwegen: Tolle Natur und Mineralparken
Zur Website von Hornnes Camping

LMC Vivo 530 K in Norwegen

Hier nochmal alle Campingplätze in der Übersicht:

6 Kommentare
  1. Matthias Hoffmann
    Matthias Hoffmann says:

    Hallo und vielen Dank für die hilfreichen Anregungen zur Norwegentour. Als Wohnwagen-Beginner hat mich der Blog sehr ermuntert, Norwegen mit dem Gespann zu erobern. Die Tour diente uns als Vorlage und viele Tipps waren sehr hilfreich. Speziell die kleinen Campingplätze hatten es uns angetan. Zum Beispiel der Platz bei Jan direkt am Storfjord oder sehr zu empfehlen der Jostedal-Camping am Nigardsbreen (Tipp). Die Straße nach Odda ist zeitweise wirklich etwas anstrengend. Wir werden Eure ansprechende Seite sicher weiter aufmerksam beobachten.

    Antworten
  2. Tino Wagner
    Tino Wagner says:

    Eine sehr schöne und toll gestaltete Seite, so manche Campingführer könnten sich da mal eine Scheibe abschneiden… Vielen Dank für die vielen infos!!!

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  3. Christian Rüde
    Christian Rüde says:

    Nach drei Wochen sind wir gerade von unserer ersten Tour durch Süd-Norwegen zurück und da sage ich jetzt mal herzlichst DANKE!!
    Für Eure großartige Seite, auf der wir uns einige Inspirationen geholt und viel Zeit in der Vorbereitung gespart haben. Eure Beschreibungen und das Verzeichnis der Campingplätze haben uns schon sehr geholfen. Und es war traumhaft schön!

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Trackbacks & Pingbacks

  1. […] wo wir vier Wochen im Fjordland und in Südnorwegen unterwegs waren – die Übersicht gibt es hier. Die Landschaft ist wirklich einmalig, und mit etwas Planung kann Norwegen auch mit dem Wohnwagen […]

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