Marokko Rundreise: ein kleiner Roadtrip durch Südmarokko

Im Spätsommer 2017 hatten wir die Gelegenheit für knapp zwei Wochen nach Marokko zu reisen und dort eine kleine Rundreise zu machen. Zwar sind wir nicht mit dem Wohnwagen nach Marokko gefahren, sondern „nur“ mit dem Flieger und einem Mietauto, aber auch so war es ein sehr schöner Roadtrip durch Südmarokko bei dem wir viel gesehen und erlebt haben!

Route Marokko Rundreise

Im Vorfeld standen drei Dinge fest: wir wollten nach Marrakesh, ins Atlasgebirge und in die Sahara. Auf dieser Basis haben wir uns eine Route erarbeitet, die wir dann durch einige Tipps von Marokko-erfahrenen Bekannten nochmal angepasst haben – und vor Ort mit Hilfe von Einheimischen noch ungefähr fünf Mal spontan geändert haben. Am Ende war das unsere Marokko Route:

  • Tag 1: München-Marrakesh
  • Tag 2/3: Marrakesh
  • Tag 4: Über den Tichka-Pass und die Piste nach Telouet durchs Atlasgebirge, nach Ait Ben Haddou und Ouarzazate
  • Tag 5: Über die Straße der Kasbahs hoch in die Dades-Schlucht und die Hochebene, abends nach Tinghir
  • Tag 6: Nach einem Abstecher in die Tohdra-Schlucht in den Süden nach Zagora nach M’Hamid
  • Tag 7: Nach Erg Chegaga in die Sahara
  • Tag 8: Über Zagora und Taznakht durch das Antiatlas-Gebirge nach Taroudant
  • Tag 9: Über Agadir nach Essaouira ans Meer
  • Tag 10/11: Essaouira
  • Tag 12: Abreise über Marrakesh

Insgesamt sind es mit kleinen Ausflügen rund 1800 Kilometer Fahrstrecke gewesen, aber das Land ist so reichhaltig und eindrucksvoll, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat!

Was würden wir anders machen? Eigentlich nicht viel – die Route hat sich sehr gut bewährt. Beim nächsten Mal würden wir sehr wahrscheinlich im Süden von Zagora in Richtung Essaouira nicht durch das Souss-Tal, sondern weiter südlich von Zagora aus quer durch den Antiatlas nach Tata und Tafraoute fahren und dort noch 1-2 Tage Station machen. Und noch einen Tag in Ouarzazate verbringen. Und noch zu den Ouzoud-Wasserfällen östlich von Marrakesh. Und … ach, es gibt so viel zu entdecken in Marokko! Ein phantastisches Reiseland – neben Israel das eindrucksvollste was ich bisher besucht habe.

Marokko - Marrakesh

 

Die Route ist am Ende eine sehr schöne Rundreise durch Südmarokko geworden. Es gibt noch eine Menge an sehr lohnenswerten Abstechern und Varianten die man einbauen kann:

  • Tafraoute und Tata im Antiatlas
  • Das Ourika-Tal im Süden von Marrakesh
  • Der Tizi n‘Test Pass über den Hohen Atlas
  • Der Pass über den Atlas durch das Dorf Toufghine, recht wild
  • Eine Wanderung im Hohen Atlas, z.B. auf den Jbel Toubkal (mit 4167 m der höchste Berg Marokkos – und ganz Nordafrikas)
  • Fes, die Stadt der Färber
  • Die Ouzoud-Wasserfälle, östlich von Marrakesh
  • Das Tal der Rosen, an der Straße der Kasbahs
Pass im Atlasgebirge

Wer seine Marokko-Reise nicht selbst recherchieren und planen mag, der kann sich von einem auf Marokko spezialisierten Reiseveranstalter wie z.B. Marokko erleben eine individuelle Route zusammenstellen lassen, inklusive Hotels, Geländewagen und Fahrer.

Piste im Atlasgebirge

 

Marokko Reisezeit

Die Hochsaison in Marokko ist das Frühjahr, ab Ostern, und im Herbst, ab September. Im Sommer ist es eigentlich zu heiß – wir hatten Ende August im Landesinneren noch Temperaturen jenseits von 40 Grad. Man kommt aber gut damit zurecht, da es sehr trocken ist. Und wir hatten noch Glück: eine Woche davor waren es in M’Hamid im Süden noch um die 52 Grad.

Im Frühjahr sind die Temperaturen in Marokko angenehm, auf den Bergen im Hohen Atlas liegt noch Schnee, und die Täler blühen. Nicht umsonst ist die Zeit um Ostern absolute Hauptsaison in Marokko!

Marokko - in der Wüste

 

Marokko mit Wohnwagen – eine gute Idee?

Es ist sicher machbar mit dem Wohnwagen nach und durch Marokko zu fahren. Dazu ist allerdings ein robuster und potenter Zugwagen zu empfehlen, auch wenn die Straßen insgesamt recht gut ausgebaut sind. Mit dem Wohnwagen nach Norwegen dürfte ungefähr vergleichbar sein. Und auch der Wohnwagen sollte eher kompakt und robust sein. Wir haben übrigens keinen einzigen Wohnwagen in Marokko gesehen, und auch nur eine Handvoll Reisemobile.

Für die Anreise mit dem Wohnwagen-Gespann braucht man vor allem viel Zeit: ab Süddeutschland sollte man ungefähr drei Tage rechnen, und nochmal einen bis nach Marrakesh / Südmarokko. Das lohnt sich nur wenn man einige Wochen Zeit mitbringt.

Es gibt eine ganze Reihe an Campingplätzen in Marokko, und auch in Südmarokko werben viele Unterkünfte mit dem Schild „Camping“ – das bedeutet dann eher ein Stellplatz für Wohnmobile (oder autarke Wohnwagen), mit wenig oder keiner Infrastruktur. Aber im Norden und vor allem am Meer gibt es zahlreiche Plätze mit vernünftiger Infrastruktur – Marokko ist durchaus ein Camping-Ziel. Der Süden ist eher ein Eldorado für Offroader und Overlander.

Durch Südmarokko

 

Mit dem Mietwagen durch Marokko …

… ist überhaupt kein Problem. In Zeiten von Navigationsgeräten, Prepaid-SIM-Karten mit Datenguthaben und GPS-Geräten von Garmin etc. ist die Orientierung ein Kinderspiel und kein Abenteuer mehr. Wir haben uns vorab einen Mitwagen bei SunnyCars reserviert und sind von Marrakesh aus damit Richtung Süden aufgebrochen. Wer das Abenteuer sucht, kann sich hier auch einen geländegängigen Wagen mieten. Wir hatten einige Rückfragen zur Mietstation, der Anmietung etc. und der Service von SunnyCars zeichnet sich wirklich aus gegenüber anderen.

Piste im Atlasgebirge

 

Offroad durch Marokko

Speziell im Atlasgebirge und südlich davon kann es lohnenswert sein mit einem Allrad-Fahrzeug unterwegs zu sein – damit eröffnen sich nochmal zahlreiche zusätzliche und sehr schöne Routen und Varianten, die den Rahmen hier aber sprengen würden. Südmarokko ist ganz klar in der Hand von „echten“ Geländewagen: Mitsubishi Pajero, Nissan Pathfinder, Toyota Hilux – und vor allem Toyota Landcruiser, immer wieder Landcruiser. Kein Wunder: im Atlasgebirge, im Antiatlas und in der Wüste gibt es viele Offroad-Pisten, die mit normalen Autos oder Wohnmobilen nicht befahren werden können. Für Offroader ist Südmarokko dagegen ein wahres Paradies.

Marokko - durch die Wüste

 

Marokko Reiseführer

Wir haben uns im Vorfeld einige Marokko Reiseführer angeschaut und auch mehrere gekauft – hier unsere Auswahl:

Der Reiseführer den wir mit Abstand am hilfreichsten fanden, war “Reise Know-How Südmarokko” von Astrid und Erika Därr, denen man ihre Leidenschaft für das Land wirklich anmerkt und die viele liebevoll recherchierte Tipps zum Land geben, die den Besuch vor Ort echt bereichern. Habe ich schon erwähnt was für ein tolles Reiseland Marokko ist? Auch weil das Land mit seinen Farben, Formen und Gerüchen, und die Menschen, die Mentalität und die Kultur so komplett anders sind als bei uns. Und – auch das Sicherheitsgefühl ist ein anderes als bei uns zuhause im dreifach gesicherten Deutschland:

Marokko - Sammeltaxi
Marokkanisches Sammeltaxi

 

Nächster Artikel: Marrakesh – im Rausch der Sinne (coming soon)

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