Korsika Reisetipps – so macht ihr das Beste aus Eurem Korsika Camping-Urlaub!

Korsika ist eine spektakuläre Insel und ein tolles Camping-Ziel – wenn auch mit ein paar Einschränkungen. Erst mal: es ist eine Insel. Das ist offensichtlich. Während die Ostküste größtenteils sanft und flach ins Meer ausläuft, ist die mittlere Westküste wild und zerklüftet. Das Landesinnere bietet alpine Gebirgszüge die bis auf 2700m Höhe reichen. Daher wird Korsika gerne als „Gebirge im Meer“ bezeichnet – der Reiseveranstalter Berge & Meer, ganz ursprünglich mal Korsika-Spezialist, hat daraus sogar seinen Namen abgeleitet. Mit großen Camping-Straßenschiffen ist die Insel nur sehr mühsam zu erkunden – einige Gegenden gar nicht. Daher ist Korsika vor allem beliebt bei Bullifahrern und Zelt-Campern. Nach zwei Korsika-Urlauben sind wir nun wahrlich keine absoluten Experten für die Insel – ein paar Dinge haben wir aber schon zusammengetragen, die wir gerne weitergeben möchten!

Calanche, Korsika

 

Informationsquellen

Es gibt eine sagenhafte deutschsprachige Korsika-Website: paradisu.de. Hier finden sich alle Infos die man jemals für einen Korsika-Urlaub brauchen könnte. Und noch viel mehr. Außerdem gibt es einen kompletten Korsika-Reiseführer als kostenlosen PDF-Download!

Der kleine Rother Wanderführer hat uns sehr gute Dienst geleistet – wir haben gleich eine ganze Reihe an Wanderungen aus dem kleinen Büchlein gemacht: z.B. bei Campomoro, Capo di Muru, die Pozzi-Wiesen, an der Bavella-Gruppe, oder nach Girolata. Sowohl für Berg- als auch für Küstenwanderungen unbedingt zu empfehlen. Auf der berühmte GR20 ist natürlich beschrieben – angeblich „Europas härtester Fernwanderweg“.

Pozzi-Wiesen, Korsika

 

Reiseführer: gibt es ja so einige. Und die Auswahl ist immer ein Stück weit Geschmackssache. Für Korsika finde ich persönlich den Korsika Reiseführer aus dem Michael Müller Verlag empfehlenswert. Auch mit den Reise Know-How Büchern komme ich immer gut zurecht, beispielsweise in Marokko.

Speziell für Wohnmobil- und Bus-Fahrer erscheint im Herbst 2019 noch der neue Reiseführer „Korsika mit dem Wohnmobil“ aus dem Bruckmann Verlag – leider etwas zu spät für meine Reise im Sommer 2019. Den schon etwas älteren „Mit dem Wohnmobil nach Korsika (Womo-Reihe)“ kann ich persönlich nicht so sehr empfehlen – ich bin damit nicht zurecht gekommen.

Campomoro, Korsika

Und, ganz wichtig: Asterix bei den Korsen. Niemand, bitte wirklich niemand, fährt nach Korsika ohne vorher Asterix bei den Korsen gelesen zu haben! Es gibt so viele korsische Eigenheiten auf die im Asterix-Band angespielt wird und die man vor Ort wiederentdecken kann … herrlich.

 

Anreise nach Korsika

Ein Grund warum Korsika touristisch nicht ganz so erschlossen ist wie z.B. Norditalien ist die aufwendige Anreise. Ganz komfortabel geht es natürlich mit dem Flugzeug: wer vor Ort ein Hotel und einen Transfer hat, der kann Korsika am einfachsten per Flugzeug erreichen. Von Deutschland aus gibt es Flüge nach Bastia, nach Calvi und auch nach Ajaccio (meist mit Umsteigen in Nizza). Alle andern fahren mit der Fähre. Sowohl Corsica Sardinia Ferries als auch Moby Lines bieten verschiedene Verbindungen. Von Deutschland aus sind die Fährhäfen in Genua und Savona am schnellsten zu erreichen – sowohl über den Brenner als auch durch die Schweiz. Weiter östlich und südlich liegt der italienische Haupt-Fährhafen Livorno, noch weiter unten Piombino. Im Westen fahren Schiffe ab Nizza und Toulon. Je nachdem wo man auf der Insel hin möchte, kann z.B. die Verbindung Nizza-Ajaccio genauso schnell sein wie Genua-Bastia, da man sich die Fahrt quer über die ganze Insel von Bastia nach Ajaccio spart. Um vom Norden in den Süden der Insel zu gelangen, muss man schon 3-4 Stunden Fahrt einplanen. Kurvige Fahrt. Ob man die Fähre tags oder nachts nimmt, ist ein Stück weit Geschmackssache – wenn nachts, dann ist eine Kabine unbedingt zu empfehlen – kein Liegesessel. Ganz besonders mit Kindern. Mit Wohnmobil (oder sogar Gespann) ist die Fähre nicht günstig, die Kabinen sind begrenzt – lange im Voraus reservieren zahlt sich auf jeden Fall aus!

Morgendämmerung bei Bastia

 

Camping auf Korsika

Korsika ist ein ausgesprochenes Camping-Ziel. Es gibt über die ganze Insel verteilt etwa 180 Campingplätze – vom einfachen Acker ohne Infrastruktur bis zur 5-Sterne-Anlage. An der Ostküste gibt es eine ganze Reihe von Plätzen direkt an der Küste, während im Westen die Plätze entweder etwas oberhalb der Küste liegen oder die Zufahrt recht abenteuerlich ist. Im Nordwesten bei Calvi gibt es einige gut erreichbare Plätze an der Küste, z.B. in Algajola oder bei Ile Rousse. Auch im Landesinneren gibt es viele Campingplätze, vor allem an den touristischen Hot Spots wie etwa rund um Corte und das bekannte Restonica-Tal. Wild campen sollte man während der Hauptsaison auf gar keinen Fall – die Korsen sind nicht zimperlich! Die französischen Ortsschilder sind auch heutzutage noch konsequent übermalt oder von Kugeln durchsiebt. Ich finde man sollte sich an das Wildcamping-Verbot aber auch außerhalb der Hauptsaison halten. Nur meine Meinung. Es gibt ja genug schöne Campingplätze auf der ganzen Insel; und viele bieten durchaus noch ein Gefühl von Ursprünglichkeit und Naturnähe.

 

Camping Chez Antoine, Korsika

Im Vorfeld hatte ich etwas Panik ob ich ohne Reservierung in der Hauptsaison überhaupt einen Platz bekomme auf den schöneren Campingplätzen. Das hat sich für mich als unbegründet erwiesen: ich habe auch ohne Vorreservierungen immer noch einen Platz bekommen. Am vollsten war es gleich am Anfang auf La Rondinara – danach wurde es kontinuierlich leerer. Einen komplett vollen Platz habe ich nur auf der Rückfahrt erlebt, als ich Station am Bodensee machen wollte und abends nochmal einen Platz weiterfahren musste.

Camping La Rondinara, Korsika

Korsika ist vor allem beliebt bei Zelt- und Buscampern: mit kleinen, wendigen Gefährten hat man definitiv den meisten Spaß auf der Insel. Aber es gibt durchaus auch einige unerschrockene Wohnmobilfahrer, selbst einen Concorde-Luxusliner habe ich gesichtet. Na wer’s mag. Wohnwagen sieht man auch ein paar – die überzeugten Korsika-Fans lassen ihren Wohnwagen für ca. 300 € im Jahr an einem Abstellplatz auf der Insel stehen. Sehr clever, vor allem wenn man immer an denselben Platz fährt. Zum Rumfahren könnte ich mir einen Zugwagen mit einem kompakten Anhänger a lá Eriba Touring allerdings auch ganz gut vorstellen.

Camping Chez Antoine, Korsika

 

Aktivitäten auf Korsika

Das ist das Tolle an der Insel: man kann einfach wahnsinnig viel machen dort. Traumhafte Küstenwanderungen, knackige Bergtouren, Felsklettern, Erkundungstouren durch Gumpen, Mountainbiken, Paddeln, Schnorcheln – oder einfach am Strand liegen und chillen. Korsika ist ein Paradies für Freizeitaktivisten und Bewegungsfanatiker. Und alles ist relativ schnell zu erreichen. Egal ob mit oder ohne Kinder – Korsika ist ein bisschen wie ein großer Abenteuerspielplatz.

Campomoro, Korsika

 

Essen wie Gott auf Korsika

Wer nach Korsika fährt und sein Essen von zuhause mitbringt – ja, der ist selbst schuld! In Korsika kann man unglaublich gut essen. Tipp: sucht Euch vor Ort einen kleinen Bioladen der regional angebaute Produkte verkauft, anstelle der allgegenwärtigen Riesen-Supermärkte. Wir haben bei Propriano einen kleinen Laden gefunden (1-2 km an der Straße Richtung Sartene, rechts), der sehr gutes Obst und Gemüse direkt vom Acker verkauft, außerdem korsischen Bio-Käse aus Schafs- und Ziegenmilch, getrocknete Salami, Honig, Eingemachtes, Olivenöl, getrocknete Kräuter und so weiter.

Korsischer Käse

Mein persönliches Lieblingsessen: ein paar korsische Käsesorten, frische, reife Feigen & Trauben und dazu ein frisches Baguette. Mehr braucht der Mensch nicht zum glücklich sein! Nur meine Meinung. Danach noch ein Tee aus Verveine-Kräutern … herrlich.

Wer Essen gehen will, hat in meinen Augen zwei Optionen:

1.      Pizza. Ja, richtig: Pizza. Ist nicht korsisch, noch nicht mal französisch, aber häufig gut. Und bezahlbar. Heißt: man kommt für eine Pizza + Getränk mit rund 15 € davon. Ein gutes und familientaugliches Urlaubsessen wenn die Küche mal kalt bleiben soll.

2.      „Richtiges“ korsisches (oder zumindest französisches) Essen: da muss man die guten Restaurants wirklich suchen. Und wenn man eines gefunden hat: nicht geizen. Mit 30-50 € pro Person muss man schon rechnen. Aber das Essen ist wirklich top; einmal pro Urlaub sollte man sich das gönnen.

 

Korsische Musik

In der Hauptsaison im Sommer sieht man an vielen Stellen Werbung für korsische Live-Musik. Die korsische Musik ist besonders, hat für mein Gehör einen deutlichen spanischen Einschlag. Und sie geht unter die Haut. Häufig geht es um den korsischen Wiederstand gegen die „Besatzer“ vom Festland. Um es kurz zu machen: unbedingt live anhören! Zum Beispiel in Sartene, wo im Sommer jeden Donnerstag verschiedene Gruppen verteilt an mehreren Plätzen im Ort spielen. Wer selber reinhören will: einfach nach Diana Di L’alba, I Muvrini oder L’Arcusgi suchen (natürlich gibt es noch viel mehr).

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Carado V337 auf Korsika
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