Nachlese zur CMT 2019 – was das neue Camping-Jahr uns bringt

Die CMT 2019 ist Geschichte, und sie hat – mal wieder – Rekorde geschrieben. 260.000 Besucher waren während der einwöchigen Messe zu Besuch, und haben sich die Angebote der 2207 Aussteller angesehen. Hier wie immer unsere total subjektiven Eindrücke und Gedanken.

Neues & Bekanntes: Coco, Beauer – und ein dicker Touring!

Für Camping-Interessierte bot die CMT ein riesiges Angebot mit ca. 1000 ausgestellten Fahrzeugen aller Hersteller und einem schier endlosen Zubehör-Markt. An großen Innovationen in der Welt der Fahrzeug-Hersteller mangelte es auf dieser CMT etwas. Das ist insofern nicht verwunderlich, als dass die Hersteller die Modelle fürs nächste Jahr immer auf dem Caravan Salon in Düsseldorf vorstellen. Dafür kann man wunderbar beobachten welche Ideen es zur Marktreife schaffen: der Dethleffs Coco war mitsamt Preis- und Zubehörliste zu bewundern, ebenso der VW Grand California 600, den man tatsächlich zu vergleichsweise moderaten Preisen ab ca. 55.000 € bestellen kann. Ein kleines Highlight war für mich der clevere Wohnwagen von Beauer, der sich elektrisch zur Seite ausfahrbaren und so auf nahezu die dreifache Größe erweitern lässt. Das Innere „entfaltet“ sich ebenfalls – das Bett klappt ebenso herunter wie die Sitzmöglichkeit im gegenüberliegenden Teil. Das Interieur ist noch etwas spröde und wenig wohnlich, aber das sollte das geringste Problem in der Entwicklung sein. Bauart-bedingt bleibt zwischen den ausfahrenden Wänden am Ende ein kleiner Spalt der nur von kleinen Bürsten bedeckt wird – daher ist der Beauer wohl eher ein Modell für wärmere Regionen und Jahreszeiten. Trotz allem: das Konzept ist definitiv zukunftsweisend! Hoffentlich wird die Entwicklung fortgesetzt.

 

Eine echte Neuigkeit und definitiv ein starker Anziehungspunkt war der opulente Eriba Touring 820, den die Hymer-Gruppe zur CMT aus dem Hut zauberte: quasi ein europäischer Airstream – ein silbernes 2-Tonnen-Luxus-Geschoss auf zwei Achsen mit 8,5m Länge und Glattblechwänden auf der Touring-typischen Stahlkäfig-Konstruktion. Er bietet allen Schnickschnack innen und außen und kommt zu Preisen ab 75.000 € auf den Markt. Um ihn auf der CMT zu besichtigen, musste man Schlange stehen.

Sehr symphatisch präsentierte sich der CL1 von Camperliebe – ein individuell ausgebauter Kastenwagen auf der ungewöhnlichen Basis eines Hyundai H350. Bei den Wohnmobilen gibt es anscheinend ein kleines Revival der kompakten Teilintegrierten: sowohl bei Carthago als auch bei Knaus / Weinsberg, LMC / Bürstner und auch bei Carado / Sunlight gab es Teilintegrierte mit reduzierter Breite um 2,15 m zu besichtigen. Ein Erfolg wäre nicht verwunderlich – sind doch Kastenwagen und danach Teilintegrierte die beliebtesten Womo-Kategorien.

 

Diesel & Elektro

Ebenfalls zu bewundern gab es das erste Elektro-Wohnmobil von Iridium, das zu Preisen ab ca. 175.000 € in den Handel kommen soll und auf der CMT bereits vorbestellbar war. Das Mobil hat eine rein elektrische Reichweite von ca. 200 km und eine Schnellade-Funktion. Auch wenn die Problematik um die (fehlende) Sauberkeit von Dieselmotoren und damit einhergehende Fahrverbote unterschwellig präsent ist, so hat man doch das Gefühl dass die Thematik eher verdrängt wird. Die Fahrzeughersteller sind in der Entwicklung einfach noch nicht so weit, die „zukunftssicheren“ Modelle mit Schadstoffklasse 6d kommen erst in den nächsten Monaten auf den Markt. Umso wichtiger, dass es mutige elektrische Alternativen gibt – auch um die traditionellen Hersteller etwas in den A… , äh, anzuspornen.

 

Ich weiß nicht ob es schon immer so war, aber auf der CMT wurde einmal wieder deutlich wie sehr viele Fahrzeug-Hersteller von ihren Sondermodellen leben. Egal ob die Pepper Edition von Weinsberg, Hymer Ambition, LMC Passion, Carthago Edition 40, und so weiter – das Konzept ist immer ähnlich: man nehme eine Modellreihe, schnüre ein (sehr) großes Paket an Extra-Ausstattung und biete es zu einem günstigen Gesamtpreis an, der nur geringfügig über dem normalen Listenpreis liegt. Für die Kunden ergeben sich so attraktive Modelle mit sehr gutem Preis-/Leistungsverhältnis, die für die Hersteller häufig einen Großteil des Umsatzes ausmachen.

 

Analoges & Digitales

In den Fahrzeugen aller Hersteller finden sich inzwischen digitale Steuerungsmodule und entsprechende Fernsteuerungen via Smartphone-Apps. Das erhöht den Komfort vor Ort deutlich. Zum Kaufargument sind die digitalen Steuerungen aber nicht geworden – sie sind schnell zum Standard-Feature geworden, das die Kunden bei einem Neukauf einfach erwarten. Interessanter ist da die wachsende Zahl an digitalen Zusatzangeboten, die dem Camper die Planung und Reise erleichtern sollen. Am auffälligsten auf der CMT war hier pincamp, das neue Campingplatz-Portal des ADAC, das eine große Präsenz auf der Messe zeigte. Die Landschaft der Buchungsportale hat sich in den letzten Jahren stark verändert: getacamp ist Geschichte, ebenso Campsy, das in Camping & Co aufgegangen ist. Die zwei großen Wettbewerber sind wohl noch camping.info, das von Maxcamping übernommen wurde – und neu pincamp, mit dem der ADAC letztes Jahr in den Ring gestiegen ist. Die weitere Entwicklung wird hier sicher spannend zu beobachten sein.

 

Fachbesucher & Veranstaltungen rund um die Messe

Für die Fachbesucher entsteht Schritt für Schritt ein sehr attraktives Angebot an Veranstaltungen rund um die eigentliche Messe – z.B. der fvw Destination Germany Day, oder ganz neu das Startup-Event „CMTrend“ das in Kooperation mit dem v.i.r., dem Verband der Internet-Reiseindustrie organisiert wird. Auch hier war wieder pincamp als Ausrichter dabei.

Selbstverständlich gab es auch wieder ein Blogger-Treffen, das mit mehr als 80 Bloggern super besucht war. Auf der Anbieter-Seite waren einige kleinere Destinationen dabei, Startups, der ADAC – aber außer Knaus keine weiteren Hersteller. Schade – in der Camping-Bloggerszene stecke eine Menge Potential, die sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat. Eine wachsende Zahl an leidenschaftlichen Bloggern baut eine stetig steigende Reichweite bei ihren Zielgruppen auf. Allerdings fehlen bislang intelligente Ansätze die über werbliche Posts und Content-Partnerschaften hinausgehen, um das Potential der Blogs so zu nutzen dass alle etwas davon haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Vielen Dank auf jeden Fall an die CMT, die sich wirklich vorbildlich um die Blogger kümmert und die kleine Szene gut unterstützt!

Bloggertreffen auf der CMT 2019

#cmt19

1 Antwort
  1. Jürgen
    Jürgen sagte:

    Die cmt ist jedes Jahr ein Highlight und wir freuen uns immer wieder neu drauf. Umfangreiche Info Möglichkeiten zum Reisen für jedes Land und unterschiedlichste Wohnwagen- und Wohnmobilmodelle. Man kann sich dort gut ein, zwei Tage beschäftigen ohne dass es langweilig für Erwachsene oder Kinder wird. Sehr empfehlenswert!

    Antworten

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