CMT 2018: ein ganz subjektiver Erfahrungsbericht

Die CMT feierte 2018 ihren 50. Geburtstag – 1968 fand sie zum ersten Mal statt, damals noch unter dem Namen „MSF (Motor Sport Freizeit)“. Ihren heutigen Namen (Caravan Motor Tourismus) hat sie seit 1973 – alles Gute zum 50., CMT! 2018 war für mich die vierte CMT die ich miterleben durfte –  hier ein total subjektiver Erfahrungsbericht. Das Thema Caravaning und Camping boomt weiter.

Die fetten Jahre sind noch nicht vorbei

2017 war ein Rekordjahr für die Branche: über 63.000 Neuzulassungen, davon ca. 22.700 Caravans und gut 40.500 Wohmobile. Die Wohnwagen sind damit genauso stark gewachsen wie die Wohnmobile – der Herstellerverband CIVD sieht schon ein „Revival des Caravans“ am Himmel. Das Thema Diesel-Krise und drohende Fahrverbote verdrängt man da lieber – der Präsident des CIVD Kai Dhonau „hofft auf Ausnahmen bei den Freizeitfahrzeugen“. Nun ja. Meine Meinung: das ist unverantwortliches Wegducken nach dem Motto „Augen zu und durch“ – so gestaltet man jedenfalls keine nachhaltige Zukunft.

Für 2018 sind die Aussichten jedenfalls gut, die Auftragsbücher sind prall gefüllt. Das war auch auf der CMT direkt zu spüren: am ersten Wochenende waren bereits über 85.000 Besucher vor Ort. Viele Hersteller kommen mit der Fertigung nicht hinterher, lange Wartezeiten sind die Folge. Das betrifft nicht nur das Luxussegment, wo Kunden gerne ein Jahr auf den Traum auf Rädern warten, sondern immer mehr auch den Massenmarkt, wie z.B. bei Pössl – immerhin Marktführer im Kastenwagen-Segment.

Der Branche geht es also gut. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass die CMT 2018 kein Feuerwerk an nie dagewesenen Neuheiten und Innovationen war, sondern eher eine kontinuierliche Evolution. Hier gab es aber durchaus einige bemerkenswerte Dinge zu entdecken. Eine kleine Auswahl:

 

Leichtbau im Trend: Knaus Travellino / Eriba Touring

Leichtbau ist im Trend – und gewinnt in Zeiten von Diesel-Skandalen und Elektro-Autos eine zusätzliche Bedeutung. Ich glaube persönlich, dass die Zukunft den kleinen und leichten Caravans gehört, und dass die Zeit der Riesenschiffe auf den Straßen zu Ende geht – sowohl bei den Caravans als auch bei den Reisemobilen (Hallo Herr Dhonau!).

  • Knaus zeigte Serienversionen seines Leichtbau-Caravans Travellino. Neben dem extrem geringen Gewicht war die vollflächige transparente Frontscheibe der absolute Hingucker. Vor allem, weil man sie mit einem Drehregler ganz einfach verdunkeln kann. Genial! Der Travelino hat ein max. zulässiges Gesamtgewicht von nur 750 kg, die Preise starten bei 18.500 €.
  • Hymer / Eriba zeigte zwei Sondermodelle seine Kult-Modells Touring, den roten Eriba Touring Rockabilly und den blauen OceanDrive. Neben der Farbe zeichnen sich die beiden Sondermodelle durch eine Inneneinrichtung im Retro-Stil aus, und durch einige nützliche Zusatzausstattung. Der Preis ist mit rund 25.000 € für den rund 1000kg schweren Anhänger dennoch … na ja, sagen wir mal selbstbewusst.

 

Kastenwagen: im Mainstream angekommen

Kastenwagen liegen voll im Trend. Pössl zeigt eine elektrische Schiebetür, die für mehr Komfort sorgt und auch über die Fernbedienung geöffnet werden kann. Malibu, der „Billig“-Ableger des Shootingstars Carthago, zeigt edles Interieur, welches einen wirklich vergessen lässt dass man in einem umgebauten Lieferwagen liegt. Und der Minihersteller Lunar zeigt einen Kastenwagen mit Wohnzimmer-Flair: hier können die Betten hinten als Sofas umgebaut werden, dazwischen wird ein Tisch befestigt. Endlich mal ein gemütlicher Kastenwagen! Nachteil: man muss zum Schlafen immer umbauen. Lunar zeigt einen ausgebauten Toyota Hiace mit Schlafdach, der dem Pössl Campster Konkurrenz macht.

 

Komfortable Familien-Wohnwagen: LMC Vivo 532 K und Dethleffs Foldout

LMC positioniert sich immer mehr als Anbieter von komfortablen Familien-Wohnwagen und bringt zur CMT eine 2,50m breite Version des LMC Vivo 530 K, mit dem wir selbst zwei Jahre lang unterwegs waren, u.a. kreuz und quer auf einem Norwegen Camping Trip. Der LMC Vivo 532 K ist ein Traum: zwei luxuriöse, über 2m lange Einzelbetten mit viel Platz vorne, eine großzügige Rundsitzgruppe und Küche in der Mitte und ein Stockbett plus zwei Kleiderschränke hinten. Aus meiner persönliche Sicht das Non-Plus-Ultra an Familien-Wohnwagen. Die Stockbetten hinten taugen aufgrund des schrägen Einstiegs besser auch für jugendliche Kinder, im Vergleich zum Vivo 530 K. Der ist mit seinen 2.30m Breite wiederum zum Reisen besser …

Dethleffs hat schon auf dem Caravan Salon 2017 mit einem Solar-Wohnmobil und einer Leichtbaustudie namens Coco geglänzt – beides war auch auf der CMT zu sehen. Zusätzlich zeigte Dethleffs eine Foldout-Studie, bei der die senkrechte Heckwand am Elternbett ausgeklappt werden kann, so dass ein zusätzliches Kinderbett entsteht. Eine schöne Idee – ob es davon eine Serienfertigung gibt ist noch offen.

 

Pickup Kabinen im Trend?

Ganz subjektiv betrachtet sind mir auf der CMT dieses Jahr mehr Pickup-Kabinen aufgefallen als früher. Sie verbinden Flexibilität mit Offroad-Fähigkeit – sofern man in Kauf nimmt im Alltag mit einem grobschlächtigen Pritschenwagen unterwegs zu sein, der sonst eher als ländliches Arbeitswerkzeug gedacht ist.

 

Und sonst?

  • Carthago zeigt eindrucksvoll dass man mit seinem Reisemobil die ganze Party mit Getränken versorgen kann.
  • Hobby zeigt dass die elektronische Vernetzung und Steuerung via App funktioniert – sonst bei kaum einem Hersteller ein Thema.
  • Etrusco ist – zumindest mir – neu als günstige Variante der toskanischen Laika Wohnmobile und bietet viel stylisches Wohnmobile für relativ wenig Geld
  • Das Bloggertreffen der CMT 2018 – vor vier Jahren noch mit 8 Bloggern gestartet – mit gut 80 Bloggern und einigen namhaften Herstellern zeigt, dass Blogs inzwischen in der Caravaning-Branche angekommen sind. Das war sogar der Reisemobil International einen Bericht wert, die über die über „diese kunterbunten Internet-Typen“ berichtet, hihi. Und auch die Camping, Cars & Caravans hat bereits eine Kooperations-Serie mit den Kollegen von CamperStyle gestartet.
  • Und: endlich haben wir den Sinn beladbarer Heckgarafen entdeckt!!

 

Zum Abschluss ein ganz großes Dankeschön an die CMT, die sich schon seit Jahren um die Blogger kümmert und uns neben dem Bloggertreffen auch mit Zugang zum Pressezentrum logistisch unterstützt! #cmt18

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